Politik

Nach gescheitertem Aufstand Maduro setzt weiter aufs Militär

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Guaidó hatte seine Unterstützer zum Marsch auf die Kasernen aufgerufen. Einige wurden verhaftet.

(Foto: dpa)

Im monatelangen Ringen um die Macht in Venezuela hält Präsident Maduro seinen Herausforderer Guaidó weiter auf Abstand. Guaidó umwirbt das Militär. Werden sie irgendwann zu ihm überlaufen?

Im Machtkampf in Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro die Streitkräfte zur Verteidigungsbereitschaft gegen eine "imperialistische Konspiration" aufgerufen. Im Bundesstaat Cojedes besuchte er am Samstag ein Manöver, an dem 5000 Soldaten teilnahmen. "Eine handvoll Verräter, die sich an die USA verkaufen, werden nicht die Ehre unserer Streitkräfte beflecken", sagte Maduro auf dem Militärstützpunkt El Pao.Beim Absturz eines Militärhubschraubers, der den Flug Maduros zu der Garnison begleitet hatte, starben alle sieben Menschen an Bord. Die Unglücksursache ist unbekannt.

Bei einem gescheiterten Militäraufstand hatten sich am Dienstag einige Uniformierte dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó angeschlossen. Am Freitag erließ die Staatsanwaltschaft 18 Haftbefehle gegen Militärs und Zivilpersonen wegen Landesverrats. Von einem Haftbefehl gegen Guaidó wurde nichts bekannt.

Maduro hat die direkte Konfrontation mit seinem Herausforderer bislang vermieden. Guaidó rief die Bevölkerung auf, zu Kasernen und Stützpunkten der Armee zu marschieren, um die Militärs zum Seitenwechsel zu bewegen. Demonstranten verlasen vor der Kommandantur der Marine in Caracas und anderen Militäreinheiten eine Erklärung Guaidós. Dem Militär stehe eine entscheidende Rolle im Wiederaufbau der Demokratie in Venezuela bevor, hieß es in dem Aufruf an das Militär, wie die Zeitung "El Nacional" berichtete. Die Militärführung aber, die wichtige Posten in der Wirtschaft besetzt, hält bisher zu Maduro.

Russland ist Maduro treu

Russlands Außenminister Sergej Lawrow plant mit seinem venezolanischen Kollegen Jorge Arreaza ein Gespräch über die Zukunft des lateinamerikanischen Krisenlandes. Bei dem Treffen am heutigen Sonntag in Moskau werde man über mögliche Lösungen des Machtkampfes im Rahmen der venezolanischen Verfassung sprechen, teilte das russische Außenministerium mit. Es solle auch um die wirtschaftliche Lage nach den US-Sanktionen gegen die Führungsriege um Maduro gehen, hieß es.

Russland und die USA beschuldigen sich gegenseitig, die Krise in Venezuela zu verschärfen. Washington unterstützt Guaidó. Russland wiederum schickte Militärberater zur Unterstützung der regierungstreuen Streitkräfte nach Venezuela und steht hinter Maduro. Am Freitag hatten Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump unter anderem über die Eskalation in dem Konflikt per Telefon gesprochen. Am Montag soll sich Lawrow am Rande des Arktischen Rates in Finnland mit US-Außenminister Mike Pompeo treffen.

Dabei soll ebenfalls die Lage in Venezuela Thema sein. Pompeo beschuldigte am Samstag die Regierung Maduros schwerer Verfehlungen. "Die von Nicolás Maduro verübten Repressionen sind grenzenlos", schrieb Pompeo auf Twitter. Regierungskräfte hätten einen katholischen Gottesdienst angegriffen, seien mit Motorrädern in die Kirche gefahren, hätten Tränengas eingesetzt und viele verletzt. "Wir stehen zum venezolanischen Volk und zu Interimspräsident Juan Guaidó", schrieb Pompeo.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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