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Klarer Bruch mit der EU May schließt Zollunion kategorisch aus

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Unter anderem mit China möchte die britische Regierung gerne ein Freihandelsabkommen abschließen. Das wäre aber mit der EU-Zollunion nicht vereinbar.

(Foto: imago/Xinhua)

In London treffen sich die Unterhändler zu neuen Brexit-Gesprächen. Der vorübergehende Verbleib Großbritanniens in der europäischen Zollunion nach dem Brexit ist dabei kein Thema. Die Hardliner der britischen Regierung setzen sich durch.

Die britische Premierministerin Theresa May schließt jede Art von Zollunion mit der Europäischen Union nach dem Brexit aus. Das berichten britische Medien unter Berufung auf Regierungskreise. "Es ist nicht unsere Politik, in der Zollunion zu sein. Es ist nicht unsere Politik, in [irgend]einer Zollunion zu sein", erklärten auch ungenannte Quellen im Regierungssitz Downing Street.

Zuvor war spekuliert worden, ob London nach dem Brexit während einer Übergangsphase im europäischen Binnenmarkt und der Zollunion bleiben könnte, um den freien Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU zu gewährleisten. Während dieser Phase wäre die britische Regierung aber auch an alle Regeln der EU gebunden und dürfte keine Freihandelsabkommen mit anderen Staaten abschließen. Die britische Regierung muss also entscheiden, ob der europäische Binnenmarkt oder neue Handelsabkommen wirtschaftlich attraktiver sind.

Brexit-Minister David Davies und Theresa May sollen zu den Befürwortern einer Übergangsphase gehören. Die britische Regierungschefin steht intern derzeit aber unter heftigem Druck von Parteigegnern, die nach dem Brexit einen klaren Bruch von Brüssel erwarten. Vergangene Woche machten Gerüchte über eine drohende Rebellion die Runde. Die Rede war von einem Brexit-Dream-Team unter der Führung von Außenminister Boris Johnson. Der hatte einem Zeitungsbericht zufolge mit "der Kavallerie" gedroht, sollte der Vorschlag einer künftigen Mitgliedschaft in der Zollunion bei Kabinettssitzungen in dieser Woche auf den Tisch kommen.

Am Montagmittag wurde EU-Chefunterhändler Michel Barnier in London zu Gesprächen mit May und Brexit-Minister Davis erwartet. Es ist der Auftakt einer neuen Runde der Gespräche in Brüssel in dieser Woche.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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