Politik
Vor der EU-Flagge besiegeln die Regierungschefs in Warschau ihren bilateralen Vertrag mit einem Handschlag.
Vor der EU-Flagge besiegeln die Regierungschefs in Warschau ihren bilateralen Vertrag mit einem Handschlag.(Foto: dpa)
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Bilateraler Sicherheitspakt: May und Morawiecki planen Post-Brexit

Polen und Großbritannien sind die wohl derzeit unbequemsten EU-Mitgliedstaaten. Die bilateralen Beziehungen soll dies nicht behindern, im Gegenteil: Theresa May und Mateusz Morawiecki schließen einen "richtungsweisenden Vertrag".

Im Bestreben, ihre Beziehungen vor dem Brexit zu vertiefen, haben Großbritannien und Polen einen neuen Verteidigungspakt geschlossen. "Unsere Verteidigungs- und Sicherheitszusammenarbeit ist bereits stark, aber mit der Unterzeichnung dieses richtungsweisenden Vertrags gehen wir noch weiter", sagte die britische Premierministerin Theresa May. Es sei erst der zweite derartige Vertrag mit einem Land der Europäischen Union nach Frankreich.

May zufolge geht es in dem Vertrag um gemeinsame Übungen, Informationsaustausch und Kooperation im Rüstungssektor. Beide Seiten wollten zudem gemeinsam "russischer Desinformation in der Region" begegnen und dabei "neue strategische Informationsprojekte" nutzen. London und Warschau seien "über Russlands Versuche, Information als Waffe zu benutzen, zutiefst besorgt".

May, die sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen polnischen Regierungschef Mateusz Morawiecki äußerte, kündigte auch die Gründung eines neuen britisch-polnischen Rats für Geschäftsbeziehungen an, den sie als "ersten dieser Art des Vereinigten Königreichs in Europa" bezeichnete. Der Rat werde noch bestehende Barrieren im beiderseitigen Handel identifizieren, um sie vor Großbritanniens Ausscheiden aus der EU zu beseitigen.

May versicherte, dass die mehr als eine Million Polen in Großbritannien ein "starker Teil" der britischen Gesellschaft seien und dableiben sollten. Morawiecki dagegen äußerte den Wunsch nach einer Rückkehr dieser Polen in ihre Heimat. Dort sollten sie den schwächelnden Arbeitsmarkt stärken. Nach Polens Beitritt zur EU im Jahr 2004 begaben sich hunderttausende arbeitssuchende Polen nach Großbritannien. Der Brexit ist für Ende März 2019 vorgesehen.

Quelle: n-tv.de