Politik

Ohne Ämter und Funktionen MeToo? Linke sucht neutrale Vertrauensleute

280679872.jpg

Die Berichterstattung zeige, wie notwendig die Aufarbeitung auf allen Ebenen sei, so ein Sprecher.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Linkspartei sieht sich mit Vorwürfen sexueller Übergriffe konfrontiert. Veröffentlicht wurden diese nicht von der Partei, sondern durch einen Medienbericht. Bei der Aufarbeitung sollen nun unbefangene Ansprechpartner helfen.

Die hessische Linkspartei will als weiteren Schritt zur Aufarbeitung von Vorwürfen sexueller Übergriffe "neutrale" Vertrauensleute finden. Diese sollen in der Partei keine Ämter und Funktionen innehaben, erläuterte ein Sprecher. Die Suche nach ihnen wolle man nach Ostern abschließen. Die Linke hatte am Freitag mitgeteilt, dass zur nächsten Sitzung des Landesvorstands am 30. April eine oder mehrere Vertrauenspersonen eingesetzt werden sollen.

"Der Spiegel" hatte zuvor über mutmaßliche Fälle von sexualisierter Gewalt in der hessischen Linkspartei berichtet. Es gebe verschiedene Dokumente mit Hinweisen auf "mutmaßliche Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und eine toxische Machokultur", schrieb das Nachrichtenmagazin nach Gesprächen mit zehn Frauen und Männern.

Der geschäftsführende Landesvorstand hatte dazu erklärt, die aufgeworfenen Anschuldigungen sehr ernst zu nehmen. Die Bundesvorsitzende Janine Wissler wandte sich zudem entschieden dagegen, dass "mir unterstellt wird, ich hätte irgendjemanden geschützt".

"Grenzüberschreitungen werden nicht geduldet"

Die hessische Linke hatte nach Angaben des geschäftsführenden Landesvorstands ab Ende November 2021 Kenntnis von den Vorwürfen erlangt. Die Partei habe seitdem begonnen, "diese auf allen Ebenen aufzuarbeiten". Verwiesen wurde unter anderem auf Gesprächsangebote an Betroffene, einen beschlossenen Verhaltenskodex sowie auf die geplante Benennung der Vertrauensleute.

Die aktuelle Berichterstattung habe noch einmal verdeutlicht, wie notwendig diese Arbeit sei, sagte der Parteisprecher nun. Der geschäftsführende Landesvorstand will demnach in der nächsten Woche das weitere Vorgehen abstimmen. Die Linke-Bundespartei hatte am Freitag in einer Mitteilung zugesichert, "dass wir grenzüberschreitendes Verhalten nicht dulden und unter den Tisch kehren werden".

Quelle: ntv.de, chl/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen