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Bayerns Bilanz zu Ankerzentren Mehr Asylbewerber reisen freiwillig aus

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Blick durch den Zaun des Ankerzentrums in Bamberg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Jahr nach dem Koalitionskrach um Ankerzentren wird in Bayern eine erste Bilanz gezogen. Die Zahl der Abschiebungen hat sich kaum verändert. Jedoch verlassen deutlich mehr abgelehnte Asylbewerber den Freistaat freiwillig.

Die Zahl der Abschiebungen aus Bayern hat sich im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kaum verändert. Anlässlich der Einrichtung von Ankerzentren und eines eigenen Landesamtes für Asyl und Rückführungen sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, dass es im ersten Halbjahr 2019 "etwa 1700 Abschiebungen" gegeben habe. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden aus dem Freistaat 1762 ausreisepflichtige Personen abgeschoben.

Deutlich erhöht hat sich allerdings die Zahl der freiwilligen Ausreisen von Menschen, denen Deutschland kein Bleiberecht einräumt. Im ersten Halbjahr 2018 machten sich 1331 Personen freiwillig auf den Weg von Bayern in ihre Heimat. Bis Ende Juni hat sich diese Zahl auf 5500 erhöht, sagten Herrmann und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Bayern ist weiter rückläufig. Demnach haben in den ersten sechs Monaten 9746 Menschen einen Asylantrag gestellt. Im gesamten Vorjahr waren es 21.911, nach 24.000 im Jahr davor. 2016 waren es noch rund 82.000 Anträgen gewesen.

Söder lobte das Landesamt für eine "beeindruckende Bilanz" und betonte, dass Bayern bei der Dauer der Bearbeitung von Asylanträgen "Vorreiter in ganz Deutschland sei". Nach eigenen Angaben vergehen in Bayern im Schnitt zwei Monate zwischen dem Erstantrag und einer Entscheidung.

Vor rund einem Jahr gab es zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU in der Berliner Koalition heftigen Streit um das eigene bayerische Landesamt und die Ankerzentren, die Innenminister Horst Seehofer, damals noch CSU-Chef, durchsetzte. "Wir waren damals in einer politisch sensiblen Situation", sagte Söder. Seither habe man eine "Menge zur Beruhigung der Situation getan".

Quelle: n-tv.de, bdk

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