Politik

Zustrom nimmt ab Mehr als 700.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland erfasst

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Ukrainische Geflüchtete verlassen auf dem Flughafen die erste Maschine aus der Republik Moldau. Der Flug kam durch eine Luftbrücke zustande.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer noch treffen Menschen aus der Ukraine in Deutschland ein, um dem Krieg zu entkommen. Der Großteil der bisher registrierten Geflüchteten ist weiblich. Ein Teil der registrierten Menschen kehrt schon wieder zurück oder reist in andere EU-Länder weiter.

Im Ausländerzentralregister sind seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar und dem vergangenen Mittwoch bundesweit 727.205 Menschen aus der Ukraine neu erfasst worden. Das geht aus einem Bericht der "Welt am Sonntag" hervor. 98,3 Prozent dieser registrierten Geflüchteten seien ukrainische Staatsangehörige, schreibt das Blatt unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. 81 Prozent der Ukraine-Geflüchteten seien weiblich.

Das Ministerium weise allerdings darauf hin, dass ein Teil der Menschen, die von den Behörden erfasst wurden, womöglich später in ein anderes EU-Land weitergereist oder in die Ukraine zurückgekehrt sein könnte. Die Registrierung ist Voraussetzung für den Bezug staatlicher Leistungen.

Zustrom von Geflüchteten nimmt ab

Gleichzeitig sieht Bundesinnenministerin Nancy Faeser eine Beruhigung beim Zustrom von Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine. "Pro Tag kommen derzeit nur noch ungefähr 2000 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland an. Mitte März waren es noch 15.000 Menschen täglich", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post". Zugleich kehrten über die polnisch-ukrainische Grenze inzwischen täglich rund 20.000 Geflüchtete zurück in ihr Land, darunter auch Menschen aus Deutschland. Faeser geht zudem davon aus, "dass die Mehrheit der Menschen wieder zurückkehren wird." "Ein Teil wird bleiben, wenn die Menschen die Chance sehen, mit ihrer Qualifikation auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", fügte die Innenministerin hinzu.

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Gleichwohl bleibe es eine große humanitäre Kraftanstrengung, die geflüchteten Frauen, Kinder und alten Menschen bestmöglich zu versorgen, betonte Faeser. Die Hilfsbereitschaft ist aus ihrer Sicht hierzulande weiter groß. "Die Geflüchteten werden hier sehr gut aufgenommen - da kippt im Moment nichts."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine rasche Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in den Regelunterricht. "Willkommens-, Intensiv- oder Sprachklassen können nur eine Übergangslösung sein", sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Für ein gutes Integrationsangebot bräuchten die Schulen dringend Unterstützung - mehr Personal, zusätzliche Räume und eine Aufstockung der Sachmittel. Nach am Donnerstag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz lernen mittlerweile fast 106.000 Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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