Politik

Öffentlicher Streit eskaliertMeloni kontert Trump: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an"

20.06.2026, 20:31 Uhr
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Nach einem spöttischen Kommentar des US-Präsidenten über "Gigiorgia" Meloni schlägt diese öffentlich zurück. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Nach einer Provokation von Donald Trump reagiert Italiens Ministerpräsidentin ebenfalls bissig. Sie attackiert den US-Präsidenten auf Instagram und rät ihm, sich um seine eigenen Umfragewerte zu kümmern. Der Konflikt hat bereits erste Konsequenzen.

Der öffentliche Streit zwischen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump spitzt sich zu. "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an", schrieb Meloni am Samstag auf Instagram. "Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene." Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social behauptet, Meloni wolle ihre Beziehungen zu den USA nur verbessern, um ihre eigene Beliebtheit zu steigern. Dabei schrieb Trump Melonis Vornamen falsch mit "Gigiorgia". Meloni schrieb, Trumps Angriffe gegen sie seien grund- und sinnlos. Zudem habe es ihren Umfragewerten sicher nicht geholfen, mit Trump befreundet zu sein.

Bereits am Freitag hatte Meloni Trump als Lügner bezeichnet, nachdem dieser behauptet hatte, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel in Frankreich um ein gemeinsames Foto angefleht. Als Reaktion darauf sagte der italienische Außenminister Antonio Tajani eine für kommende Woche geplante Reise in die USA ab.

Meloni galt lange als eine der wenigen Regierungschefinnen in Europa mit einer guten Beziehung zu Trump. Dann gab es aber Streit, unter anderem um die Nutzung von US-Militärstützpunkten in Italien. Trump hat Italien kritisiert, weil die Regierung in Rom die Nutzung der Basen während des Ende Februar begonnenen Krieges der USA und Israels mit dem Iran nicht gestattet hatte. Meloni hatte indes erklärt, die Nutzung sei durch Abkommen geregelt, an die sich Italien stets gehalten habe und die nicht verletzt werden dürften.

Die Zustimmungswerte für Melonis Regierung waren zuletzt wieder auf etwa 35 Prozent gestiegen, nachdem sie im Jahr 2025 stetig gesunken waren. Trump hatte jüngst seine Beliebtheit einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge leicht auf 36 Prozent steigern können. Dies ist jedoch weiter einer der niedrigsten Werte seiner politischen Laufbahn.

Dass Trump Positionen anderer Politiker auch falsch wiedergibt, wäre nicht neu. So hatte er Ende April erklärt, Bundeskanzler Friedrich Merz halte es für in Ordnung, dass der Iran eine Atomwaffe besitze. Nach allen öffentlich bekannten Äußerungen vertritt Merz allerdings die gegenteilige Position.

Quelle: ntv.de, hny/rts

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