Politik

"Auf Mitwirken aller angewiesen" Merkel fordert weltweite CO2-Bepreisung

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Greenpeace demonstriert vor dem Brandenburger Tor für mehr Klimaschutz.

(Foto: AP)

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts könnte der Preis auf CO2 in Deutschland schneller steigen. Kanzlerin Merkel ist jedoch dafür, das Prinzip international auszuweiten. Sie ist von dem Lenkungsinstrument überzeugt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Kampf gegen den Klimawandel für eine internationale Ausweitung des Preises auf den CO2-Ausstoß ausgesprochen. "Ich halte eine CO2-Bepreisung für ein besonders geeignetes Instrument der Lenkung", sagte die CDU-Politikerin beim "Petersberger Klimadialog" mit Vertretern von rund 40 Staaten. Es biete sich daher an, es auf weitere Sektoren auszuweiten.

Die Kanzlerin verwies darauf, dass dies in Deutschland mit dem Preis auf Sprit, Gas oder Heizöl bereits umgesetzt sei. "Wir sind aber auf das Mitwirken aller angewiesen", appellierte sie an die Staatengemeinschaft. Merkel verwies darauf, dass die EU und auch Deutschland ihre Klimaziele noch einmal anhöben. Zudem unterstütze man die ärmeren Staaten bei der Anpassung an den Klimawandel mit über vier Milliarden Euro jährlich. Man sei bereit, auch in der nächsten Finanzierungsrunde ab 2025 zu helfen.

Zudem rief Merkel die Staaten der Welt zum schnellen und solidarischen Handeln gegen den Klimawandel auf. "Im Interesse der nachfolgenden Generationen überall auf der Welt kommt es darauf an, dass wir rasch und entschlossen handeln, um die dramatischen Folgen der Erderwärmung zu begrenzen", sagte Merkel.

Pariser Klimaziel wird gerissen

Der Petersberger Klimadialog mit Vertretern aller großen Treibhausgas-Emittenten gilt als Vorbereitung des Weltklimagipfels Ende des Jahres in Glasgow. Dort sollen die neuen Ziele der Weltgemeinschaft zusammengefasst und verbindlich verankert werden. Wenn diese umgesetzt werden, würde die Erderwärmung voraussichtlich um etwa 2,4 Grad steigen. Im Pariser Weltklimavertrag ist aber die Vorgabe von deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad vereinbart. Die Staaten müssen dafür also in kommenden Jahren noch nachlegen.

Der britische Premierminister Boris Johnson als Gastgeber des Weltklimagipfels in Glasgow forderte weitere Anstrengungen: "Das wird das Jahrzehnt, wo wir entweder dem Klimawandel gemeinsam entgegenstehen oder gemeinsam untergehen." Mit Blick auf das Spitzen-Treffen der sieben großen Industriestaaten (G7) in seinem Land im Juni erinnerte er daran, dass die jährlich zugesagten 100 Milliarden Euro aus privaten und öffentlichen Mitteln für die ärmeren Staaten noch nicht erreicht seien.

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa

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