Politik

Treffen zum Abendessen abgesagt Merkel gibt Merz einen Korb

Während Wolfgang Schäuble (Mitte) zusagte, sagte die ehemalige Kanzlerin (links) ein Abendessen mit Merz (rechts) ab.

Während Wolfgang Schäuble zusagte, sagte die ehemalige Kanzlerin ein Abendessen mit Merz ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der künftige CDU-Chef Friedrich Merz hat zum Dinner eingeladen. Darunter auch die ehemaligen CDU-Bundesparteivorsitzenden Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer. Zu Merkel hat er seit Jahren ein äußerst angespanntes Verhältnis, was er nun anscheinend kitten will. Beide Frauen sagten aber ab.

Kurz nach seiner als sicher geltenden Wahl zum Parteichef will Friedrich Merz am Samstagabend ein Dinner in Berlin abhalten. Dafür lud er nach Angaben aus Unionskreisen alle lebenden CDU-Vorsitzenden ein, wie der "Spiegel" berichtet. Die beiden ehemaligen CDU-Bundesparteivorsitzenden Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer hätten Merz jedoch abgesagt.

Der 66-Jährige, heißt es weiter, habe mit dem Vorschlag auch ein Zeichen der Versöhnung mit Merkel setzen wollen, zu der er seit Jahren ein äußerst schwieriges Verhältnis hat. Während Wolfgang Schäuble und Armin Laschet dem Sauerländer zusagten, gaben Merkel und Kramp-Karrenbauer Merz einen Korb. Aus dem Büro der ehemaligen Kanzlerin hieß es, es gebe "terminliche Gründe" für ihre Absage, bei Kramp-Karrenbauer sind es laut "Spiegel" private Angelegenheiten. Das Abendessen findet nun ohne die beiden Politikerinnen statt.

Merz hat zuvor angekündigt, nach der schweren Niederlage der CDU bei der Bundestagswahl die Partei grundlegend neu aufzustellen. Dafür möchte er nach eigenen Angaben Frauen und jungen Menschen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten geben. Auch das Thema Digitalisierung habe die Union vernachlässigt. "Wir haben nur noch 24,1 Prozent der Wähler und 19 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland erreicht", analysierte Merz. "Brutaler geht es fast nicht mehr", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Merz hat Merkel "völlig unterschätzt"

Merz habe neben den Vorsitzenden auch Mitglieder des alten und neuen Präsidiums eingeladen. Ob Merz und Merkel in ihren neuen Rollen einen besseren Kontakt zueinander finden, wird in der Partei mit Spannung beobachtet. Der frühere Unions-Fraktionschef hatte kürzlich eingestanden, Merkel vor ihrem Aufstieg zur Kanzlerin "völlig unterschätzt" zu haben.

Der 66-jährige Merz hatte sich im Dezember bei der ersten Mitgliederbefragung in der CDU-Geschichte zum Parteivorsitz mit 62,1 Prozent der Stimmen klar gegen seine Gegenkandidaten Helge Braun und Norbert Röttgen durchgesetzt. Er soll am Samstag bei einem Parteitag als neuer Vorsitzender der CDU gewählt werden. Da die Veranstaltung digital stattfindet, muss die Wahl nochmals per Briefwahl bestätigt werden. Das Ergebnis soll am 31. Januar veröffentlicht werden.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP

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