Politik

Corona-Lage entspannt sich Merkel sieht "Licht am Ende des Tunnels"

Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück, die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt. Kanzlerin Merkel sieht darin eine positive Entwicklung. Doch gleichzeitig mahnt sie, jetzt sorgsam vorzugehen. Umso schneller könne es Lockerungen geben.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte sie nach Informationen aus Teilnehmerkreisen in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.

Die Kanzlerin verwies auf sinkende Fallzahlen und eine leichte Entspannung in der Intensivmedizin. Zugleich mahnte die CDU-Politikerin nach diesen Angaben, je sorgsamer man jetzt vorgehe, umso schneller würden alle von Lockerungen profitieren können.

Das Kabinett hatte zuvor im Umlaufverfahren eine Verordnung beschlossen, mit der schon ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein sollen. Die Bundesregierung machte damit den Weg frei für einen schnellen Beschluss im Bundestag an diesem Donnerstag und im Bundesrat an diesem Freitag.

Spahn: Zu früh, um von Trendwende zu sprechen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte allerdings trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht. "Die Zahlen sinken, das ist ermutigend", sagte der CDU-Politiker. Das Reduzieren von Kontakten bewähre sich, es sei aber zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen.

Er verwies auf das deutlich höhere Impftempo und konkretisierte die Aussicht auf Impfmöglichkeiten für alle Bürger dank erwartungsgemäß wachsender Impfstoffmengen. "Das macht es uns möglich, in der ersten Hälfte des Junis die Priorisierung aufzugeben." Es werde aber natürlich auch noch Wartezeiten geben, so Spahn.

Mehrere Bundesländer kündigten zuletzt vorsichtige Öffnungen an, auch für den Tourismus. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte jedoch vor einer schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels. Zwar sei es "eine notwendige und gute Entscheidung", die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen. "Was nicht geht, ist, dass Geschäfte oder Restaurants geöffnet werden nur für diejenigen, die geimpft sind. Das würde zu Spannungen führen, die man kaum ertragen könnte", sagte er im Deutschlandfunk.

Eine flächendeckende Kontrolle bei Öffnungen sei schwierig, und es gelte jetzt, den ausgewiesenen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie zu sichern. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt einen schnellen, frühen Rückfall zu riskieren", so Lauterbach. "Wir sind noch sehr weit von der Herdenimmunität entfernt."

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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