Land sei "Piñata von niemandem"Mexiko weist US-Justizministerium zurecht

Eine US-Behörde verlangt in Mexiko offenbar die Festnahme von zehn Mexikanern zur Auslieferung. Die Präsidentin ist empört und wirft Washington Einmischung vor. Die Äußerungen fallen in eine Zeit, in der ausländische Einflussnahme das Land ohnehin beschäftigt.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat den USA vorgeworfen, sich in innere Angelegenheiten ihres Landes einzumischen. "Und Mexiko, das sei klar und deutlich gesagt: Wir akzeptieren keine Einmischungen. Wir sind ein freies, unabhängiges und souveränes Land", sagte Sheinbaum bei einer Kundgebung anlässlich des zweiten Jahrestags ihres Wahlsiegs vor Anhängerinnen und Anhängern in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt.
Die Präsidentin erklärte, eine Behörde des US-Justizministeriums habe die Festnahme von zehn Mexikanern zur Auslieferung verlangt. Unter ihnen sind ihren Angaben nach ein Gouverneur, ein Bürgermeister und ein amtierender Senator. Namen oder weitere Einzelheiten nannte sie nicht. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben der Präsidentin bislang nicht.
Wenn aus dem Ausland bestimmt werde, wer schuldig sei und wer nicht, oder Druck auf mexikanische Institutionen ausgeübt werde, gehe es nicht mehr um Zusammenarbeit, sondern um Einmischung, sagte Sheinbaum. "Mexiko ist die Piñata von niemandem", fügte sie hinzu. Eine Piñata kann eine Figur sein, auf die zumeist Kinder mit Stöcken einschlagen, bis Süßigkeiten rausfallen.
Ausländische Einflussnahme wird verstärkt diskutiert
Die Präsidentin rief ihre Anhänger dazu auf, in den kommenden Wochen Informationsveranstaltungen auf öffentlichen Plätzen abzuhalten. Dort solle über die Verteidigung der nationalen Souveränität informiert werden.
Die Äußerungen fallen in eine Zeit, in der das Thema ausländische Einflussnahme auf Wahlen in Mexiko verstärkt diskutiert wird. Erst vor kurzem billigte das Parlament eine von der Regierungspartei Morena unterstützte Verfassungsreform, die bei nachgewiesener Einmischung aus dem Ausland eine Annullierung von Wahlen ermöglichen soll. In Mexiko werden in einem Jahr die beiden Kammern des Kongresses neu gewählt.