Politik

Rennen um CDU-Vorsitz Minister? Merz schließt es aus

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Merz geht aufs Ganze - entweder Vorsitzender oder nichts, so könnte man seine Äußerungen deuten.

(Foto: dpa)

Merz will CDU-Vorsitzender werden - und wer das will, strebt auch ins Kanzleramt. Wie wäre es aber auf dem Weg dorthin mit einem Ministerposten im Kabinett Merkel? Dazu nimmt der einstige Fraktionsvorsitzende nun Stellung.

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat einen Wechsel ins Kabinett im Falle seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden ausgeschlossen. Auf die Frage, ob ein CDU-Chef im Kabinett sein sollte, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Das würde ich für mich im Falle meiner Wahl zum Vorsitzenden ausschließen." Zudem stellte Merz klar, es habe ihm kein ernsthaftes Angebot für ein Ministeramt im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel vorgelegen.

Auf die Frage, ob CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ihm für eine Teamlösung einen Ministerposten angeboten hatte, antwortete Merz: "Ämter in der Bundesregierung können nur von der Bundeskanzlerin angeboten werden. Ein solches Angebot gab es nicht." Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der am Dienstag wie Merz seine Kandidatur für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer auf einem Sonderparteitag am 25. April erklärt hatte, sagte der "Bild"-Zeitung: "Es stand nicht zur Debatte, dass Friedrich Merz Minister im Kabinett Merkel wird. Er hat ja gesagt, er will nicht, insofern hat sich die Frage erledigt."

Zugleich betonte Laschet: "Ich will immer, dass eine Person wie Friedrich Merz, der so viele Menschen begeistert, im Bild der CDU stattfindet." Deshalb sei er der Auffassung gewesen, dass Merz zum Team gehören sollte. Doch sei Merz der Meinung gewesen, "dass er für die Position eins kandidieren soll - okay, dann werden wir das fair austragen".

"Das ist ja gerade Volkspartei"

Zur Bemerkung von Merz, Laschet bilde mit Gesundheitsminister Jens Spahn ein Kartell, sagte der Ministerpräsident: "Wenn er es als Kartell empfindet, wenn man unterschiedliche Strömungen und Stile zusammenführt, dann ist das seine Auffassung." Laschet fügte an: "Es ist bekannt, dass Jens Spahn in vielen Fragen in der Vergangenheit eine andere Position hatte als ich, aber das ist ja gerade Volkspartei."

Kramp-Karrenbauer hatte nach dpa-Informationen am Montagmorgen bei einem Sondertreffen mit Laschet und ihren anderen Stellvertretern vor den CDU-Gremiensitzungen versucht, Merz doch noch für eine "Formationslösung" zu gewinnen. AKK soll Merz demnach mit der Frage angerufen haben, ob es sich lohne, mit ihm über einen Wechsel ins Kabinett Merkel zu reden. Dieser habe geantwortet, vor einem Jahr hätte er darüber nachgedacht, nun sei es dafür zu spät. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, die stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden hätten sich darauf geeinigt, Merz als Minister gegenüber Merkel durchzusetzen, falls er ins Kabinett wechseln wolle.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa