Politik

"Wie kommen Sie darauf?" Ministerium: Schäuble denkt nicht an Rücktritt

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Er spricht zwar über einen Rücktritt, denkt aber nicht daran: Wolfgang Schäuble.

(Foto: imago/Xinhua)

Das Finanzministerium stellt klar: Wolfgang Schäuble spielt nicht mit Rücktrittsgedanken. Dabei hatte der Minister genau das getan – einen Rücktritt dabei aber direkt ausgeschlossen.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums hat Spekulationen zurückgewiesen, Wolfgang Schäuble spiele wegen Meinungsunterschieden mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Schuldenstreit mit Griechenland mit Rücktrittsgedanken. Ausgelöst wurden entsprechende Berichte von Schäuble selbst, der im Interview mit dem "Spiegel" gesagt hatte, er würde lieber zurücktreten, als sich eine Politik aufzwingen zu lassen.

Wörtlich sagte Schäuble, ohne zuvor nach etwaigen Rücktrittsgedanken gefragt worden zu sein: "Politiker haben ihre Verantwortung aus ihren Ämtern. Zwingen kann sie niemand. Wenn das jemand versuchen würde, könnte ich zum Bundespräsidenten gehen und um meine Entlassung bitten." Mehrere Medien, auch n-tv.de, hatten diese Sätze so verstanden, als kokettiere Schäuble mit einem Rücktritt.

Vom "Spiegel" war Schäuble auf diese Bemerkung hin gefragt worden, ob über einen Rücktritt nachdenke. Seine Antwort: "Nein, wie kommen Sie darauf?" Auf diese Antwort wies auch der Sprecher des Ministeriums hin.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte dem "Tagesspiegel" zu einer möglichen Rücktrittsdrohung des Finanzministers: "Ich habe Wolfgang Schäubles Werben in der Fraktion um Zustimmung ganz anders verstanden." Schäuble und Merkel seien "vielleicht nicht immer einer Meinung, aber gehen immer einen gemeinsamen Weg", so Tauber. Er fügte hinzu, er habe den Eindruck, dass Schäuble "seine Aufgabe trotz aller Anstrengungen auch mit einer gewissen Freude ausübt".

Schäuble hatte im "Spiegel" über sein Verhältnis zur Kanzlerin gesagt: "Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können." Hintergrund sind Spekulationen, inwieweit Merkel Schäubles Vorschlag eines "Grexit auf Zeit" mitträgt. In der Bundestagsdebatte am Freitag hatte Merkel gesagt, eine "Auszeit" Griechenlands aus dem Euro hätte die Eurozone nur im Konsens beschließen können. Dies war als Unterstützung für Schäubles Kurs verstanden worden. Der Finanzminister räumte allerdings gewisse Differenzen mit der Kanzlerin ein: "Es gehört zur Demokratie, dass man auch einmal unterschiedliche Meinungen hat", sagte er.

Quelle: n-tv.de, hvo/rts/DJ

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