Politik

"Mir wird Angst"Bätzing warnt eindringlich vor der AfD

23.02.2026, 16:27 Uhr
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Der-scheidende-Vorsitzenden-Georg-Baetzing-spricht-bei-einer-Pressekonferenz-vor-Beginn-der-Fruehjahrsvollversammlung-der-Deutschen-Bischofskonferenz-In-Wuerzburg-waehlen-56-Bischoefe-ihren-neuen-Vorsitzenden
Bätzing warnt vor überzogenen Erwartungen an seinen Nachfolger. (Foto: picture alliance/dpa)

Vor zwei Jahren wendet sich die Katholische Kirche entschieden gegen völkischen Nationalismus und nennt in diesem Zusammenhang die AfD. Zum Ende seiner Amtszeit findet Deutschlands oberster Katholik mahnende Worte.

Georg Bätzing hat zum Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz noch einmal vor der AfD gewarnt. "Mir wird Angst davor, wenn ich vor einem AfD-Wahlstand stehe", sagte Bätzing zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg. "Wer die Wahlprogramme der AfD studiert, der weiß, was auf uns zukommt, wenn diese Kräfte wirklich in die politische Verantwortung treten würden und ein Regierungsrecht in Ländern in Anspruch nähmen."

Gleichzeitig sprach er sich gegen ein AfD-Verbotsverfahren aus. "Nein, ich bin nicht dafür", sagte er. "Wir müssen als demokratische Kräfte in diesem Land zeigen, dass diese Partei überflüssig ist, weil sie keine Lösungen anbietet, sondern nur Scheinlösungen."

Die Bischofskonferenz hatte 2024 eine Erklärung verabschiedet, die völkischen Nationalismus als unvereinbar mit dem christlichen Glauben brandmarkt. "Aber Erklärungen allein reichen nicht", sagte Bätzing. "Wir müssen Menschen in unserem Land aktivieren, für Demokratie und Menschenwürde aufzustehen und sich zu engagieren." Dies könne vor allem dann gelingen, wenn sich die Kirchen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zusammentäten, so wie das etwa bei den großen Demonstrationen gegen rechts 2024 der Fall gewesen sei.

Bätzing war sechs Jahre lang Vorsitzender der Bischofskonferenz. Am morgigen Dienstagvormittag soll sein Nachfolger gewählt werden. Dabei warnte der 64-Jährige vor überzogenen Erwartungen an seinen Nachfolger. Es erstaune ihn, wenn Menschen glaubten, Zusammenhalt bestehe nur in Einmütigkeit, sagte er am Rande der Frühjahrsvollversammlung. Es werde auch in Zukunft nicht so sein, dass die Bischöfe in allen Fragen in dieselbe Richtung gingen. Der neue Vorsitzende müsse die Unterschiede, die es zwischen den Bischöfen gebe, und auch die Konflikte so moderieren, dass die Amtsträger sich dennoch verstehen könnten.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder offene Konflikte zwischen eher liberalen und eher konservativen deutschen Bischöfen sowie zwischen der deutschen Kirche und dem Vatikan aufgetreten. Diese Konflikte entzündeten sich am Reformprozess Synodaler Weg, mit dem Laien und Bischöfe gemeinsam Änderungsprozesse in der deutschen Kirche einleiteten. Konservative Kirchenvertreter kritisieren die Änderungen.

Nach Bätzings Worten wird es auf der Vollversammlung keinen Wahlkampf der Bischöfe geben. Allerdings wollten die Bischöfe sich vor der Wahl "eine Stunde der Vergewisserung" Zeit nehmen und dabei über die Herausforderungen der kommenden Jahre beraten.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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