Politik

Bislang kein Fluchtkorridor Moskau verkündet Feuerpause für Asowstal-Stahlwerk

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Mariupol ist laut Moskau unter russischer Kontrolle. Auf dem Gelände des Stahlwerks halten jedoch noch einige ukrainische Soldaten der Attacke stand.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Seit Wochen toben heftige Kämpfe um das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Ende vergangener Woche kündigt Putin an, das Gelände so engmaschig zu belagern, dass "keine Fliege mehr herauskann". Nun soll doch eine Feuerpause gelten, um Hunderte Zivilisten sicher abziehen zu lassen.

Die ukrainische Regierung hat nach eigenen Angaben keine Einigung mit Moskau über sichere Fluchtkorridore aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol erzielen können. "Leider gibt es keine Einigung über humanitäre Korridore aus Asowstal heute", schrieb Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk bei Telegram.

Kurz zuvor hatte Moskau eine Feuerpause für das Gebiet um das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol angekündigt. Die russischen Truppen würden ab 13 Uhr (MESZ) "alle Kampfhandlungen einstellen" und "ihre Einheiten auf eine sichere Entfernung zurückziehen", um die Evakuierung der Zivilisten zu gewährleisten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Zivilisten würden "in jede von ihnen gewählte Richtung" gebracht. Die ukrainische Seite solle ihre "Bereitschaft" zur Feuerpause "durch das Hissen weißer Flaggen" auf dem Gelände des Stahlwerks deutlich machen, fügte das Ministerium hinzu.

Vergangene Woche hatte Russland erklärt, die strategisch wichtige Hafenstadt am Asowschen Meer stehe vollständig unter russischer Kontrolle - mit Ausnahme des Stahlwerks. Auf dem Gelände haben sich Berichten zufolge Hunderte ukrainische Soldaten und Zivilisten verschanzt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag angeordnet, das Werk weiter zu belagern - so engmaschig, dass "keine Fliege mehr herauskann".

Angesichts der schwierigen Lage der im Stahlwerk in Mariupol eingeschlossenen Kämpfer und Zivilisten hatte Kiew am Sonntag Verhandlungen mit Moskau angeboten. Bei einer "Sonderrunde" könne über den Austausch von Militär gesprochen werden, teilte der Präsidentenberater Mychajlo Podoljak mit. In dem Stahlwerk sollen sich nach russischen Angaben 2500 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner verschanzt haben. Nach ukrainischen Angaben leben in den noch für einen Atomkrieg gebauten Bunkeranlagen auch 1000 Zivilisten, darunter viele Kinder und Frauen. Immer wieder waren Versuche gescheitert, Fluchtkorridore einzurichten.

Selenskyj telefonierte am Sonntag mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und rief diesen auf, sich bei Putin für eine Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol einzusetzen. Zudem solle Erdogan einen Austausch der in dem Stahlwerk eingeschlossenen ukrainischen Soldaten erreichen.

Quelle: ntv.de, jog/mbe/AFP/dpa

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