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"Chance vertan" Müller verteilt Astrazeneca-Impfstoff neu

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"Ich würde mich sofort mit Astrazeneca impfen lassen", erklärt Berlins Bürgermeister Müller.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele Menschen blicken mit Skepsis auf das Vakzin von Astrazeneca. Berlins Regierender Bürgermeister Müller hat dafür wenig Verständnis - und regt an, die Impfreihenfolge zu ändern.

Immer öfter stößt der Impfstoff von Astrazeneca auf Vorbehalte, weil seine Wirksamkeit beim Schutz vor einer Corona-Infektion mit rund 70 Prozent angegeben wird, diejenige der Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen mit deutlich über 90 Prozent. In Berlin konnten deshalb Tausende Impfdosen von Astrazeneca nicht verimpft werden, weil die Berechtigten ein anderes Präparat bevorzugten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD sagte dem Berliner "Tagesspiegel" nun, man biete den Impfstoff bislang den Gruppen an, die nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission an der Reihe seien. "Wer den Impfstoff aber nicht will, der hat damit erst einmal seine Chance vertan. Wir werden den Impfstoff dann anderen anbieten", kündigte er an.

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Müller schlug vor, diesen Impfstoff nun stattdessen Lehrern, Erzieherinnen oder Polizei und Feuerwehr anzubieten, die eigentlich erst später an der Reihe wären. "Ich würde mich sofort mit Astrazeneca impfen lassen. Der Impfstoff bietet einen hervorragenden Schutz", stellte Müller weiter klar.

Vakzin schützt "mehr oder weniger 100 Prozent"

Unterdessen ist der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca Darstellungen entgegengetreten, sein Impfstoff habe nur eine geringe Wirksamkeit. Das Vakzin schütze "tatsächlich zu mehr oder weniger 100 Prozent vor den schweren Verläufen der Erkrankung", sagte Klaus Hinterding, Vizepräsident bei bei Astrazeneca Deutschland, im rbb-Inforadio. Das habe man in den klinischen Studien sehr deutlich nachgewiesen.

"Was oft verwirrend wirkt, ist der Unterschied zwischen dem Schutz vor schweren Verläufen und dem Schutz vor einer Ansteckung", sagte dazu Hinterding. Dies hänge jedoch auch davon ab, was genau in den Studien untersucht wurde.

"Das wichtigste ist, jeder Impfstoff schützt besser als gar keine Impfung. Das schlechteste, was man tun kann, ist tatsächlich, sich gar nicht impfen zu lassen", sagte der Unternehmensvertreter. Das Produkt von Astrazeneca sei "sicher und auch effektiv".

"Nebenwirkungen wie erwartet"

Zudem teilte der Konzern mit, keine Kenntnis über schwere Nebenwirkungen seines Impfstoffs zu haben. "Derzeit fallen die beschriebenen Reaktionen so aus, wie wir sie aufgrund der Informationen aus unseren klinischen Tests erwartet hatten", sagte ein Sprecher in Cambridge. Dazu zählten vorübergehende Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen. Nebenwirkungen träten meistens am Tag nach der Impfung auf und seltener nach der zweiten Dosis.

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"Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca bestätigt", betonte der Sprecher. Das Unternehmen beobachte die Situation genau. "Alle Chargen des Impfstoffs unterliegen strengen und gründlichen Qualitätsstandards und -kontrollen." Das Mittel sei in mehr als 50 Ländern auf vier Kontinenten zugelassen worden.

In Deutschland hat die Ständige Impfkommission das Vakzin nur für unter 65-Jährige empfohlen. In den vergangenen Tagen hatten sich Beschwerden von Geimpften über starke Reaktionen, Krankschreibungen und geplatzte Impftermine gehäuft. Bis zum 12. Februar wurden dem für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 20 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen nach Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs direkt gemeldet. Das Nutzen-Risiko-Profil bewertet das PEI nach eigener Aussage als positiv.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa