Politik

Nach Verwirrspiel um DrosselungMusk wirft Ukraine militärische Nutzung von Starlink vor

25.10.2026, 00:37 Uhr
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Elon Musk Anfang Oktober in Washington. (Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)

Noch immer ist unklar, wer das US-Satelliteninternet Starlink gedrosselt hat. Tech-Milliardär Elon Musk und die US-Regierung zeigen auf den jeweils anderen. Nachdem Selenskyj erklärt hat, dass der Dienst wieder läuft, erhebt Musk nun Vorwürfe gegen das ukrainische Militär.

US-Tech-Milliardär Elon Musk wirft dem ukrainischen Militär vor, das Satelliteninternet Starlink für offensive Drohnenangriffe eingesetzt zu haben, um Menschen zu töten. Es habe gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen und den Dienst für Angriffe eingesetzt, bei denen Menschen getötet werden sollten, schrieb der SpaceX-Gründer Musk auf der Plattform X. Konkrete Belege oder Fälle und Zeiträume nannte er nicht. Er schrieb weiter, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.

Das Satelliteninternet Starlink gehört zum Raumfahrtkonzern SpaceX. Es wird laut Musk als kommerzieller Dienst nur für zivile und für Verteidigungszwecke, aber nicht für militärische Offensiven genutzt. Starshield ist der militärische Ableger und wird laut Musk von der US-Regierung kontrolliert. Das Satelliteninternet setzt die ukrainische Armee bei ihrer Luftverteidigung gegen den russischen Angriffskrieg ein. Es spielt für das Militär beim Einsatz von Drohnen, die Logistik und die Kommunikation eine wichtige Rolle.

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine beklagt, dass das US-Satelliteninternet gedrosselt worden sei. Es ist unklar, wer genau für die Drosselung des Systems verantwortlich war. Musk hatte zunächst erklärt, dafür sei die US-Regierung verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte auf Musk verwiesen und gesagt, er wolle sich darum kümmern, dass die Ukraine die Dienste wieder nutzen könne. Am Samstag hieß es vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass die Starlink/Starshield-Verbindung wieder hergestellt sei. "Starlink und Starshield funktionieren wieder mit der Geschwindigkeit, die vor all diesen Einschränkungen herrschte. Jetzt ist die Geschwindigkeit so, wie wir sie brauchen", sagte er. "Das ist entscheidend für unsere Frontlogistik und für den Schutz der Ukraine vor Raketenangriffen."

Musk: Kriegstreiber sollen "in der Hölle schmoren"

US-Tech-Milliardär Musk betonte in seinem Post, dass Starlink nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine sei. "Würde Starlink abgeschaltet, würde die ukrainische Frontlinie sofort zusammenbrechen." Das sei "KEINE" Drohung, vielmehr eine Feststellung.

Zudem betonte er, dass SpaceX bei weitem mehr zur Verteidigung der Ukraine beigetragen habe, als jedes andere private Unternehmen auf der Welt. Davon abgesehen empfinde er abgrundtiefe Verachtung für Kriegstreiber, die endloses Abschlachten vorantrieben und keine realistische Lösung für den Konflikt anböten. "Möget ihr in der Hölle schmoren", schrieb Musk. Er nannte dabei keine konkreten Namen.

Wegen der unklaren Rolle Musks in Bezug auf die Funktionsfähigkeit der beiden Dienste Starlink und Starshield in der Ukraine steht der SpaceX-Gründer derzeit unter Druck von Investoren und dem US-Kongress. Mehrere US-Abgeordnete fordern von Musk Antworten in Bezug auf die Drosselungen in der Ukraine. "Als börsennotiertes Unternehmen ist SpaceX rechtlich verpflichtet, Aktionäre und Öffentlichkeit über wesentliche Ereignisse zu informieren, die Ihr Geschäftsmodell beeinträchtigen könnten", schreiben 15 Politiker an Musk. "Die Enthüllung, dass Sie persönlich die militärische Kommunikation eines fremden Landes kontrolliert haben, würde die Offenlegung erhöhter Risiken für die Unternehmensführung, geopolitische Gefährdung und potenzieller negativer Maßnahmen ausländischer Regierungen erfordern." Bis zum 31. Oktober hat Musk Zeit, Position zu beziehen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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