Politik

"Für Respekt unseres Propheten" Muslime protestieren in Hamburg gegen Macron

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Die Demonstration wurde von einem als islamistisch eingestuften Institut organisiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Emmanuel Macron verteidigt seit Wochen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen. Seitdem protestieren Muslime weltweit gegen den französischen Präsidenten. Auch in Hamburg gehen bis zu 250 Menschen auf die Straße. Hinter der Demo steht ein islamistisches Institut.

Vor dem Hintergrund weltweiter Proteste von Muslimen gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben auch in Hamburg Muslime demonstriert. An dem Protest beteiligten sich in der Spitze bis zu 250 Menschen. Der Protestzug unter dem Motto "Wir sind gegen Diskriminierung und für Respekt unseres Propheten Mohammed" zog vom Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofs zum Rathausmarkt.

Bei einer unangemeldeten Gegendemonstration mit 15 Teilnehmern seien eine Frankreich-Fahne und ein Foto des in Frankreich ermordeten Lehrers Samuel Paty hochgehalten worden, sagte der Polizeisprecher. Dies habe bei den Muslimen zu Unmutsbekundungen geführt. Es sei aber friedlich geblieben.

Hamburgs Verfassungsschutz hatte im Vorfeld der Veranstaltung gewarnt. Nach Angaben des Verfassungsschutzes stand hinter der Demo das Al-Azhari-Institut, das als islamistisch eingestuft und beobachtet wird. "Wer an dieser Demonstration teilnimmt, macht mit Islamisten gemeinsame Sache", sagte der Sprecher des Landesamtes für Verfassungsschutz, Marco Haase, im Vorfeld der Demonstration.

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In einem bei Youtube verbreiteten Demoaufruf sagte Institutsleiter Mahmoud A., dass es niemandem erlaubt sei, etwas gegen den Propheten zu tun oder Karikaturen von ihm zu verbreiten, "egal wer er ist, auch wenn er der Präsident von Frankreich ist". Macron hatte nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty klargestellt, dass er die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht. Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen", sagte er bei der Trauerfeier für den von einem Islamisten enthaupteten Lehrer, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt hatte.

Das Al-Azhari-Institut im Stadtteil St. Georg will nach eigener Darstellung mit einem Kursangebot das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Hamburg fördern. Laut Verfassungsschutz wird dort aber ein Islamverständnis vermittelt, das mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist. So müssten Muslime demnach in erster Linie die Scharia befolgen, das Grundgesetz sei nachgeordnet.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa