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"Guter Vorschlag" NGG: 2,4 Millionen Menschen bezögen Grundrente

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Derzeit würden mehr als zwei Millionen Menschen höhere Bezüge bekommen, gäbe es eine Grundrente.

(Foto: imago/blickwinkel)

Union und SPD debattieren über das Konzept der Grundrente von Arbeitsminister Heil. Laut einer Gewerkschaftsstudie würden aktuell bereits Hunderttausende profitieren. Die Koalition möge das Konzept nun rasch umsetzen.

Bundesweit würden nach Gewerkschaftsangaben mehr als zwei Millionen Menschen von der Grundrente, wie sie Arbeitsminister Hubertus Heil vorgeschlagen hat, profiteren. Die Pläne würden die Bezüge von aktuell 1,8 Millionen Frauen und 600.000 Männern aufbessern, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Dabei beruft sie sich auf eine Untersuchung des Hannoveraner Pestel-Instituts auf Grundlage von Daten der Deutschen Rentenversicherung.

In Sachsen etwa würden der Gewerkschaft zufolge 239.000 Menschen profitieren, in Thüringen 130.000 und in Mecklenburg-Vorpommern 89.000. In Niedersachsen wären es 215.000. In Hamburg profitierten 33.000, in Schleswig-Holstein 81.000, in Hessen 144.000 und in Rheinland-Pfalz 100.000 sowie im Saarland 21.000 Rentner.

Die 2,4 Millionen Senioren bekämen demnach derzeit nach mindestens 35 Beitragsjahren eine Rente von weniger als 896 Euro pro Monat, hieß es weiter. Das Ministerium selbst geht von drei bis vier Millionen Rentnern ab 2021 aus, die durch die Pläne bessergestellt würden.

Altersarmut in großem Stil würde vermieden

NGG-Chef Guido Zeitler sagte, dass die Grundrente vor allem Zehntausenden Beschäftigten in Branchen Hotellerie, Gastronomie und dem Bäckerhandwerk zugute käme. "Dort, wo die Löhne zu niedrig sind oder wegen Teilzeit nur geringe Rentenbeiträge zusammenkommen, reicht auch jahrzehntelange Arbeit nicht, um im Alter der Grundsicherung zu entgehen", sagte er. Zur Begründung verwies er unter anderem auf die Weigerung vieler Unternehmen, Tariflöhne zu zahlen. Daher sei die Grundrente ein guter Vorschlag, um Altersarmut in großem Stil zu vermeiden. In diesem Zusammenhang sprach sich Zeitler gegen eine Bedürftigkeitsprüfung aus.

Die Gewerkschaft NGG fordert die Große Koalition auf, nun "Ernst zu machen". Es sei eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Vertrauens in die sozialen Sicherungssysteme, dafür das nötige Geld aufzubringen. Wer langjährig gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt habe, müsse mehr haben als die bloße Grundsicherung.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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