Politik

Hohe Wahlbeteiligung im Westen NRW-Wähler strömen zur Stimmabgabe

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Ministerpräsidentin Kraft schreitet in Mülheim an der Ruhr zur Wahlurne.

(Foto: imago/DeFodi)

Ein erstes Fazit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland steigt die Wahlbeteiligung. Bis zum Mittag geben knapp 34 Prozent der Wähler ihre Stimme ab - ein Plus von fast fünf Prozent.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Wie die Landeswahlleitung in Düsseldorf mitteilt, gaben bis zum Mittag im Durchschnitt knapp 34 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Bei der Abstimmung 2012 waren es bis zum Mittag 29,5 Prozent.

In der Stadt Düsseldorf lag die Wahlbeteiligung bis zum Mittag bei mehr als 41 Prozent, in Duisburg gaben bis dahin gut 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Insgesamt sind rund 13,1 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen, die Wahllokale bleiben bis 18 Uhr geöffnet.

Es wird ein knapper Ausgang der Wahl erwartet: In den Umfragen lieferten sich zuletzt die SPD unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die oppositionelle CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnder Führung. Als wahrscheinlichste Regierungsoption nach der Wahl galt zuletzt eine große Koalition, die das derzeitige rot-grüne Landesbündnis ablösen könnte. Offen ist aber, wer die Regierung führt. Der Einzug der AfD gilt als ebenso wahrscheinlich wie der Abschied der Piraten-Partei aus dem letzten Landesparlament. Die FDP könnte mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner dritte Kraft werden.

CDU/CSU weitet bundesweiten Vorsprung aus

Schulz sagte bei seiner Stimmabgabe in Würselen, Landtagswahlen hätten zwar immer einen stimmungsbildenden Charakter, am Ende seien sie aber Abstimmungen über das jeweilige Bundesland. Amtsinhaberin Kraft widersprach dem Eindruck, ein nachlassender "Schulz-Effekt" könne sie den Wahlsieg kosten. Sie sei zuversichtlich, nachdem die SPD bis zuletzt gekämpft habe. CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sagte, es gebe eine reale Chance auf einen Sieg seiner Partei.

In einer heute veröffentlichten Umfrage weitet die Union ihren Vorsprung gegenüber der SPD im Bund aus. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für "Bild am Sonntag" erhebt, verbessern sich CDU und CSU um einen Zähler und erreichen 37 Prozent. So stark waren CDU/CSU zuletzt im Januar. Die SPD verliert dagegen einen Punkt und kommt auf 27 Prozent. Für die Partei ist das der schlechteste Wert, seit Martin Schulz im Januar zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde.

Jeweils einen Punkt zulegen können Linke (zehn Prozent) und Grüne (acht Prozent). Die AfD büßt einen Zähler ein und erreicht acht Prozent. Die FDP liegt wie in der Vorwoche bei sechs Prozent. Für den Sonntagstrend hat Emnid zwischen dem 4. und 10. Mai 1873 Personen befragt.

Quelle: ntv.de, jgu/rts