Politik

Versicherer steigt aus Nächste Firma macht Nord-Stream-Rückzieher

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Russisches Gas wird auch ohne die neue Pipeline nach Deutschland fließen.

(Foto: REUTERS)

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist fast fertig, doch die USA wollen sie buchstäblich auf den letzten Metern verhindern. Nun zieht sich ein weiteres Großunternehmen aus dem Projekt zurück - wohl aus Furcht vor Strafen aus Washington.

Das Versicherungsunternehmen Axa hat sich aus dem Projekt zum Bau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zurückgezogen. "So wie andere Unternehmen" habe auch Axa entschieden, sich aus dem Vorhaben zurückzuziehen, sagte der Verantwortliche für Risiken und Investitionen, Alban de Mailly Nesle, auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Axa-Jahreszahlen. Er antwortete auf eine entsprechende Frage einer Journalistin.

Das global tätige Versicherungsunternehmen mit Sitz in Paris machte keine Angaben zu den Gründen für den Rückzug. Zuletzt hatte sich allerdings bereits eine Reihe anderer Firmen aus dem Bauprojekt zurückgezogen - den USA zufolge außer Axa noch 17 weitere große Firmen - ganz offenbar, um US-Sanktionen zu umgehen.

Dem mehr als neun Milliarden Euro teuren Bauprojekt stehen nicht nur die USA äußerst kritisch gegenüber, auch mehrere europäische Länder lehnen es ab, darunter Frankreich. Washington argumentiert, die Pipeline schaffe eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischen Energielieferungen. Insbesondere in Polen und der Ukraine löste das deutsch-russische Projekt Beunruhigung hervor.

Bundesregierung hält an Projekt fest

Die USA haben Sanktionen gegen Firmen angedroht, die an Bau und Zertifizierung der 1200 Kilometer langen Röhre beteiligt sind. Konkrete Sanktionen wurden im Januar gegen das russische Verlegeschiff "Fortuna" und dessen Inhaberin, die russische Firma KVT-RUS, verhängt. Für Empörung hatte hierzulande ein Brief mehrerer US-Senatoren gesorgt, der dem Hafen Mukran auf Rügen Strafen androhte.

Die Bundesregierung hält trotz der Kritik an dem Projekt fest und verweist darauf, dass es sich um ein Projekt der Privatwirtschaft handele. Außerdem wird darauf verwiesen, dass Deutschland das Gas als Brückentechnologie benötigt, da sowohl Kohle als auch Nuklearenergie künftig als Energieträger wegfallen sollen. Die Arbeiten an der Pipeline durch die Ostsee waren im Dezember wieder aufgenommen worden, nachdem sie wegen US-Sanktionen fast ein Jahr unterbrochen waren. Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland ist fast fertig gebaut.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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