"Wertvolle Lektionen"Nato kassierte bei weiterer Übung herbe Niederlage gegen die Ukraine

Was moderne Kriegsführung angeht, befindet sich die Ukraine anscheinend auf einem anderen Level als die Nato-Streitkräfte. Nach den Berichten über ukrainische Erfolge bei einer Übung in Estland ist nun Ähnliches aus Portugal zu hören.
Die Ukraine hat nach einem Bericht der "FAZ" bei einem weiteren Manöver im vergangenen Jahr tiefgreifende Schwächen aufseiten der Nato aufgedeckt. Demnach gewannen die von Kiews Soldaten angeführten Seestreitkräfte im September vor der Küste Portugals fünf Übungsszenarien.
Ein Grund für den Erfolg sollen die aus dem Schwarzen Meer bekannten Seedrohnen vom Typ Magura sein. Diese konnten dort in den vergangenen Jahren bei Kamikaze-Attacken unter anderem mehrere russische Marineschiffe versenken. Es gibt zudem die Möglichkeit, die Maguras mit Raketen oder Maschinengewehren auszustatten.
Auch andere Einheiten sollen bei den sich gegenseitig ergänzenden Nato-Großübungen "Repmus" und "Dynamic Messenger" Seedrohnen verwendet haben. Zudem seien Flugzeuge und größere Kriegsschiffe eingesetzt worden, so der Bericht. Eine ukrainische Quelle erzählte der "FAZ", dass die Ukrainer ein Team aus amerikanischen, britischen und spanischen Einheiten angeführt hätten. Einmal seien während eines simulierten Angriffs so viele Übungstreffer gegen eine Fregatte gelungen, dass diese in der Realität gesunken wäre.
Aus Kiew hieß es, dass in der Übung klar geworden sei, dass unbemannte Systeme wie Drohnen in Verbindung mit operativer Erfahrung eine "echte Bedrohung" für die Nato seien. Dort soll man nicht gut genug auf Angriffe mit solchen Waffen vorbereitet sein. Die Nato teilte dem Bericht zufolge mit, man habe dabei aus der Fronterfahrung der Ukraine "wertvolle Lektionen" abgeleitet. Das bringe die Entwicklung neuer Fähigkeiten voran, "um den Gefahren der wirklichen Welt zu begegnen".
Auch die deutsche Marine war in Portugal mit dabei. Laut Bundeswehr bilden die Großübungen "Repmus" und "Dynamic Messenger" das weltweit größte maritime Test- und Experimentierfeld für Drohnen. "Während 'Repmus' vor allem auf technologische Erprobung und Prototyping setzt, wird bei 'Dynamic Messenger' der konkrete militärische Einsatz solcher Systeme geprobt."
Weitere Pleite in Estland
Es ist nicht das einzige Manöver im vergangenen Jahr, bei dem große Schwächen aufseiten der Nato in Bezug auf unbemannte Systeme zutage kamen. Bei der Übung "Hedgehog" in Estland hatte die 412. Nemesis-Brigade der ukrainischen Drohnenstreitkräfte innerhalb eines Tages laut "Wall Street Journal" unter anderem 17 Fahrzeuge ausgeschaltet.
Die ukrainische Journalistin Diana Butsko berichtete auf der Plattform X von einem Zugführer, der sagte: "Die Infanterie reagierte schwach auf sich nähernde Bedrohungen aus der Luft. In einigen Fällen versuchten sie sich zu zerstreuen, in anderen nicht. Sie verstanden nicht, dass es eine Bedrohung darstellt." In Bereitstellungsräumen hätten die Nato-Einheiten zudem ihre Ausrüstung nicht verteilt. Stattdessen habe diese im Abstand von 30 bis 50 Metern ziemlich nah beieinander gestanden.