Politik

"Sie verstanden es nicht"Zu zehnt zwei Nato-Bataillone besiegt: Ukrainischer Soldat legt Schwächen offen

19.02.2026, 19:22 Uhr
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DROHNEN
Aufnahme aus einem Clip, der vom "Hedgehog"-Manöver stammen soll: Übungsmunition wird auf zwei beieinanderstehende Fahrzeuge geworfen.

Bei einer Nato-Übung erleben westliche Soldaten in einem Szenario eine herbe Niederlage. Ihr großes Problem: Sie können mit der Gefahr durch Drohnen nicht umgehen. Ein Ukrainer legt die Fehler schonungslos offen.

Ein Bericht des "Wall Street Journals" über eine Großübung im Mai in Estland, bei der zehn Ukrainer zwei Nato-Bataillone besiegt haben, erhielt in den vergangenen Tage große Aufmerksamkeit. Das Manöver habe gravierende Schwächen im von Drohnen bestimmten Gefechtsfeld offenbart, hieß es. Was genau die Probleme aufseiten der Europäer waren, macht einer der beteiligten Ukrainer deutlich.

Über den Drohnenpilot berichtete die ukrainische Journalistin Diana Butsko vom Medium Hromadske auf der Plattform X. Er ist demnach Zugführer bei der 412. Nemesis-Brigade der ukrainischen Drohnenstreitkräfte. Diese soll bei dem Nato-Manöver innerhalb eines halben Tages 17 Fahrzeuge ausgeschaltet haben. Außerdem seien 30 Angriffe auf weitere Ziele durchgeführt worden.

"Die Infanterie reagierte schwach auf sich nähernde Bedrohungen aus der Luft", so der ukrainische Soldat über die Kämpfer der Nato. "In einigen Fällen versuchten sie sich zu zerstreuen, in anderen nicht. Sie verstanden nicht, dass es eine Bedrohung darstellt. Wir sagten ihnen, dass das nicht so sein sollte. Wenn es eine Bedrohung aus der Luft gibt, müsst Ihr Euch so schnell wie möglich verstecken und darüber nachdenken, welche Deckung Ihr wählt." Beim Anflug auf ein Ziel hätten die ukrainischen Drohnenpiloten zehn Nato-Soldaten gesehen, die in der Nähe standen und nicht reagierten.

Ein weiterer Fehler laut des Nemesis-Kämpfers: In Bereitstellungsräumen hätten die Nato-Einheiten ihre Ausrüstung nicht verteilt. Stattdessen habe diese im Abstand von 30 bis 50 Metern ziemlich nah beieinander gestanden. Die Ukrainer hätten so gar nicht groß suchen müssen. "Man sieht einfach eine Ansammlung und beginnt, sie systematisch zu bearbeiten."

"Leichte" Aufgabe für die Ukrainer

Dass es innerhalb der Nato solch eklatante Schwächen im Drohnenkampf gibt, kam für die Ukrainer anscheinend nicht unerwartet. "Wir waren nicht schockiert - wir waren einfach angenehm überrascht, wie leicht es für uns war, all das umzusetzen. Ich verstand, dass man es erst begreift, wenn man es selbst erlebt", so der Zugführer.

Bei den Nato-Beteiligten soll das Ganze Eindruck hinterlassen haben. "Die Generäle der Seite, mit der wir zusammenarbeiteten, dankten uns, dass wir von der Front gekommen sind, uns Zeit genommen und ihnen geholfen haben", wird der ukrainische Soldat von Butsko zitiert.

Nato: Eine Seite im Vorteil

An der Übung "Hedgehog 2025" nahmen im Mai über 16.000 Soldaten aus zwölf Nato-Staaten teil. Die Ukrainer waren als Gäste und Experten eingeladen. Ein Bataillon kann aus wenigen Hundert Soldaten bestehen, aber auch aus 1000 oder mehr. Aus der Nato hieß es, dass Übungsszenarien so angelegt werden können, dass die gegnerische Seite im Vorteil ist.

Laut "Wall Street Journal" versuchte in einem Szenario eine Kampfgruppe von mehreren Tausend Soldaten, darunter britische und estnische, einen Angriff durchzuführen. Die Ukrainer waren Teil der Verteidigung und führten einen Gegengriff durch. Sie setzten dabei ihr hochentwickeltes Gefechtsfeldmanagementsystem Delta ein.

Quelle: ntv.de, rog

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