Politik

"Nukleares Säbelrasseln" Nato verurteilt russische Atom-Pläne

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Eine moderne strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M wird vorbereitet..

(Foto: picture alliance / dpa)

Zwischen Russland und den Nato-Bündnispartnern geht es hin und her: Russland will 40 neue Atomraketen beschaffen. Putin sieht sein Land bedroht, weil die USA schwere Waffen nach Osteuropa verlegen wollen. Die Nato will Moskau ihrerseits antworten.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die russische Nuklear-Aufrüstung kritisiert. "Das nukleare Säbelrasseln Russlands ist ungerechtfertigt, destabilisierend, und es ist gefährlich", sagte Stoltenberg in Brüssel nach einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. "Wir antworten", sagte Stoltenberg mit Blick auf die Rolle der westlichen Militärallianz.

Moskau hatte angekündigt, sein Arsenal an Interkontinentalraketen auszubauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Bis zum Jahresende sollten mehr als 40 neue Interkontinentalraketen für die Atomstreitkräfte des Landes angeschafft werden, sagte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Militärmesse nahe Moskau. Diese könnten auch die modernsten Flugabwehrsysteme überwinden.

Ebenfalls noch in diesem Jahr solle ein neues U-Boot mit Atomsprengköpfen in Dienst gestellt werden. Laut Putin geht es um die "Stärkung der Sicherheit Russlands und seiner Wirtschaft". Der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow warf der Nato vor, Russland zu einem neuen Wettrüsten zu zwingen.

USA setzen auf Abschreckung

Wegen der Ukraine-Krise sind die Beziehungen zwischen beiden Seiten seit dem vergangenen Jahr gespannt. Russland drohte bereits am Montag wegen der geplanten Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Osteuropa mit erheblichen Konsequenzen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die USA erwägen, schweres Militärgerät in mehrere Länder Osteuropas und des Baltikums zu verlegen. Ziel sei es, Russland von einer Aggression in Europa abzuschrecken.

Polen und Litauen bestätigten, dass es mit der US-Regierung Gespräche über die Stationierung schwerer Waffen in ihren Ländern gibt. Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak erklärte, er erwarte eine US-Entscheidung in den kommenden Wochen.

Russland hat die meisten Atomwaffen

Die osteuropäischen Staaten fühlen sich angesichts der Ukraine-Krise von Russland bedroht und wünschen sich zur Abschreckung eine stärkere Nato-Präsenz. Die Nato hat die Zahl ihrer Manöver in Osteuropa in den vergangenen Monaten stark erhöht, außerdem rotieren inzwischen ständig westliche Truppen durch die Staaten an der Ostflanke. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte jedoch deutlich gemacht, dass sie eine dauerhafte Stationierung von Nato-Kampftruppen in Osteuropa als Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte von 1997 ablehnt.

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Russland unter den Atommächten der Welt über die meisten Nuklearwaffen. Ihre Gesamtzahl sank demnach zwar im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 von 8000 auf 7500 Stück, die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe stieg jedoch von 1600 auf 1780 Stück.

Quelle: ntv.de, hul/rts/dpa/AFP

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