Politik

Haus von Attentäter zerstört Netanjahu sieht "Kampf um Jerusalem"

Die Lage in Israel ist angespannt. Nach dem Blutbad in einer Synagoge nennt Ministerpräsident Netanjahu die Terroristen "Tiere in Menschengestalt" und kündigt Vergeltung an. Die Armee zerstört das Haus eines Terroristen, der im Oktober zwei Israelis umbrachte.

Nach dem Synagogen-Anschlag in Jerusalem wächst die Sorge vor einer Zuspitzung des Nahost-Konflikts. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht sein Land in einem "Kampf um Jerusalem". Er kündigte eine rasche Zerstörung der Häuser der beiden Angreifer vom Dienstag sowie früherer Attentäter an.

"Wir befinden uns in einem Kampf um Jerusalem, unserer ewigen Hauptstadt", schrieb Netanjahu bei Twitter. "In diesem Kampf müssen wir zusammenhalten; dies ist das Gebot des Tages." Die beiden Attentäter hatte er zuvor als "Tiere in Menschengestalt" bezeichnet und schärfere Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt angekündigt. Polizeiminister Izchak Aharonovich will es mehr Israelis erlauben, zur Selbstverteidigung Waffen zu tragen.

Am Dienstagmorgen waren zwei junge Palästinenser während des Gebets in eine Jerusalemer Synagoge eingedrungen und hatten vier Juden getötet. Israelische Polizisten erschossen die beiden Attentäter, die ebenfalls aus dem von Israel besetzten und annektierten Ostjerusalem kamen. Ein verletzter Polizist erlag später seinen Verletzungen. Es war der erste tödliche Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem.

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Netanjahu fordert die Israelis zum Zusammenhalt auf.

(Foto: REUTERS)

In der Nacht zerstörten israelische Soldaten und Polizisten bereits in Ostjerusalem das Haus eines Palästinensers, der im Oktober bei einem Anschlag in Jerusalem zwei Menschen getötet hatte. Der junge Mann war am 22. Oktober an einer Straßenbahnhaltestelle in Jerusalem mit seinem Auto in eine Fußgängergruppe gefahren. Ein Baby und eine junge Frau wurden getötet, der flüchtende Attentäter wurde von einem Polizisten erschossen.

Einem Bericht der Zeitung "Haaretz" zufolge kam es in der Nacht ansonsten zu keinen größeren Zwischenfällen in Jerusalem. Im Westjordanland gerieten demnach aber rund 200 Palästinenser mit 50 jüdischen Siedlern aneinander. Sie mussten von Soldaten getrennt werden.

In der Synagoge, in der der tödliche Anschlag stattfand, versammelten sich indes Dutzende Juden wieder in dem Gotteshaus zum Beten. Unter den Gläubigen sei bei der Morgenandacht auch Wirtschaftsminister Naftali Bennet gewesen, berichtet die Nachrichtenseite "ynet". Der Eingang der Synagoge sei von Sicherheitspersonal bewacht worden.

Hamas feiert "heroische Tat"

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Israelische Sicherheitskräfte nehmen einen Palästinenser in Jerusalem fest.

(Foto: AP)

Die Palästinenser beanspruchen den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Nach Angaben der radikalen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gehörten die beiden Attentäter der Gruppe an. Während Palästinenserpräsident Mahmud Abbas den Anschlag verurteilte, sprach die radikal-islamische Hamas von einer "heroischen Tat". Augenzeugen sprachen von einem "Massaker". Drei der Opfer stammten aus den USA und eines aus Großbritannien, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bestätigte. Tausende Menschen nahmen an den Begräbnissen teil.

Seit dem Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im April ist die Lage in Nahost immer weiter eskaliert. Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufgefunden worden war, bei den Palästinensern für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab, der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser gehen dagegen von einem Lynchmord durch jüdische Siedler aus.

Der Fall heizte die Stimmung an, die ohnehin nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem (Haram al-Scharif), der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt war. In den vergangenen Wochen hatte es eine Reihe von Anschlägen auf Israelis gegeben.

US-Außenminister John Kerry verurteilte den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer neuen Spirale der Gewalt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an beide Lager, die angespannte Lage in Jerusalem zu beruhigen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung und zu einer Rückkehr zu Friedensgesprächen auf.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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