Aus "Ehemann" wird "Präsident"Neue Trump-Sprecherin verpatzt ersten Auftritt
Katie Zacharia wird schon nach ihrem ersten Auftritt als Sprecherin des Weißen Hauses angezählt - und zwar aus den eigenen Reihen. Sie spricht kaum frei, verhaspelt sich und leistet sich einen ulkigen Versprecher. Damit weckt sie Erinnerungen an einen Trump-Sprecher, der nach wenigen Tagen gefeuert wurde.
Die neue Sprecherin des Weißen Hauses, Katie Zacharia, hat ihre erste Pressekonferenz bereits nach wenigen Minuten wieder beendet. Anders als üblich ließ Zacharia nach einer minutenlangen Erklärung nur drei Fragesteller zu, ehe sie die Fragerunde mit Verweis auf Präsident Trumps Reise nach Alaska abbrach. Gleich als Erstes nahm Zacharia eine Frage des rechten Onlinemediums "Breitbart" an.
Unter ihrer Vorgängerin Karoline Leavitt war es üblich, dass dutzende Journalisten Fragen stellen konnten, oft dauerten die Pressekonferenzen weit über eine Stunde. Nach der Verbannung mehrerer Medienhäuser aus dem Weißen Haus warfen Verbände und Redaktionen der Trump-Regierung zuletzt immer wieder Einschnitte in die Pressefreiheit vor.
Zacharia wirkte bei ihrem ersten Auftritt als Sprecherin teils nervös, ihre Eingangserklärung las sie weitgehend ab. Immer wieder verhaspelte sie sich und sprach - auf ihre Familie angesprochen - an einer Stelle von "meinem Präsidenten" statt von "meinem Ehemann". "Das ist ein Guter", scherzte sie danach über den Versprecher.
Trump hatte Zacharia vor wenigen Tagen offiziell zur neuen Sprecherin des Weißen Hauses ernannt. Die frühere Fernsehkommentatorin tritt damit die Nachfolge von Karoline Leavitt an, die ihr Amt Ende August aufgegeben hatte.
Nähe zu Verschwörungstheorien
Zacharia ist erzkonservativ und loyal gegenüber Trump. Sie ließ in der Vergangenheit immer wieder eine Nähe zu Verschwörungstheorien erkennen. So verbreitete sie im September 2022 die Falschbehauptung, der frühere Wahlkampfleiter Hillary Clintons, John Podesta, sei pädophil. Unter dem Schlagwort "Pizzagate" war im Präsidentschaftswahlkampf 2016 kolportiert worden, Clinton und Podesta betrieben aus einer Pizzeria heraus einen Ring für Kinderpornografie.
Wie mehrere US-Medien unter Verweis auf gelöschte Posts von Zacharia berichteten, teilte sie zudem eine Verschwörungserzählung rund um die frühere First Lady Michelle Obama und die amerikanische Komikerin Joan Rivers. "Erinnert ihr euch noch daran, als Joan Rivers behauptete, Obama sei schwul und Michelle hätte einen Penis, und dann plötzlich starb?", lautete der Post, den Zacharia demnach teilte. Dass Michelle Obama ein Mann sei, ist eine in rechten Kreisen der USA weit verbreitete Falschbehauptung.
Ein nicht namentlich genannter Regierungsbeamter sagte dem MSNBC-Journalisten Jake Traylor nach der Pressekonferenz, Zacharia habe einen schlechten Start hingelegt. "Sie muss sich schnell deutlich verbessern, sonst bricht sie Scaramuccis Rekord." In Trumps erster Amtszeit war der Ex-Wall-Street-Banker Anthony Scaramucci nach zehn Tagen als Kommunikationsdirektor wieder entlassen worden.
