Politik

Flugbereitschaft rüstet auf Neuer Airbus soll Pannenserie beenden

Damit deutsche Regierungsvertreter künftig nicht mehr auf Flughäfen in aller Welt stranden, darf die Bundeswehr ihre Flugbereitschaft aufstocken. Airbus könnte den millionenschweren Auftrag erhalten. Ob die Pannenserie damit endet?

Die von Pannen geplagte Flugbereitschaft der Bundeswehr soll eine dritte Langstreckenmaschine für die Reisen von Ministern und Regierungsvertretern bekommen. Das Vergabeverfahren dazu sei begonnen worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Als wahrscheinlich gilt der Kauf eines Airbus A350, der etwa 180 Millionen Euro kostet. Allerdings müsste die Einrichtung umgebaut und auch ein zusätzliches Sicherheitssystem eingebaut werden. Ein solches Gesamtpaket kann bis zu 100 Millionen Euro zusätzlich kosten.

Ohne die übliche Regierungsflieger-Ausstattung könnte der neue Jet die Flugbereitschaft im besten Fall schon Ende 2020 entlasten. Würde das Flugzeug dagegen mit einer aufwendigen Innenausstattung wie Schlaf- und Besprechungskabinen ausgerüstet, nähme dies noch etwa ein Jahr mehr in Anspruch, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Pläne des Verteidigungsministeriums sähen für die kommenden Jahre den Kauf von insgesamt drei neuen A350 zur Modernisierung der Regierungsflotte vor.

Nach einer Pannenserie waren Forderungen nach einer neueren Ausstattung der Flugbereitschaft laut geworden. Wegen eines Defekts an der "Theodor Heuss" war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erst am Mittwoch in Äthiopien kurzzeitig gestrandet. Vor drei Wochen traf es Entwicklungsminister Gerd Müller: Eine Dienstreise in drei Länder des südlichen Afrikas wurde für den CSU-Politiker wegen gleich zwei Defekten an einer Maschine vom Typ Bombardier Global 5000 zu einer kleinen Odyssee.

Nur Vielflieger Maas bisher ohne Panne

Minister Müller musste einen geplanten Besuch in Namibia komplett absagen und mehrfach neue Programmpunkte finden, weil er länger in Sambia festsaß. Noch bedenklicher war eine Panne, die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel ausbremste. Der Airbus A340 "Konrad Adenauer" mit Merkel und Finanzminister Olaf Scholz an Bord war schon auf dem Weg nach Buenos Aires, als ein defektes Teil zwei Funksysteme lahmlegte. Merkel und Scholz kamen einen Tag zu spät in Argentinien an - mit einem Linienflieger der spanischen Airline Iberia.

Scholz war bereits wenige Wochen zuvor mit der "Konrad Adenauer" in Indonesien liegen geblieben, weil Nagetiere wichtige Kabel angeknabbert hatten. Die "Adenauer" und die "Heuss" sind die Flaggschiffe der Flugbereitschaft - beide vom Typ A340 mit 143 Plätzen und einer Reichweite von knapp über 15.000 Kilometern. Die "Adenauer" ist nach der G20-Panne immer noch nicht für den normalen Flugbetrieb einsatzbereit. Nach Angaben der Luftwaffe wird sie bis Ende März in der Lufthansa-Werft in Hamburg generalüberholt. Wenn Kanzlerin Angela Merkel an diesem Sonntag nach Japan fliegt, ist die CDU-Politikerin also auf die "Theodor Heuss" angewiesen.

Es gibt übrigens ein vielfliegendes Kabinettsmitglied, das auf seinen Reisen von Pannen verschont geblieben ist: Außenminister Heiko Maas hat in seinen ersten zehneinhalb Monaten im Amt 280.000 Flugkilometer ohne Zwischenfälle überstanden.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

Mehr zum Thema