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Die niederländische Regierung hat bezüglich der Antiviren-Software des russischen Unternehmens Kaspersky Lab große Bedenken.
Die niederländische Regierung hat bezüglich der Antiviren-Software des russischen Unternehmens Kaspersky Lab große Bedenken.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 15. Mai 2018

Angst vor russischer Spionage: Niederländer verbannen Kaspersky-Software

Auf niederländischen Behördenrechnern läuft bislang Antiviren-Software des russischen Unternehmens Kaspersky. Das ist ab sofort vorbei: Die Niederländer befürchten digitale Sabotage durch Russland und entfernen die Software. Kaspersky reagiert umgehend.

Die niederländische Regierung wird aus Sicherheitsgründen nicht länger russische Software gegen Computerviren einsetzen. Eine gründliche Prüfung habe ergeben, dass es durch die Software des russischen Unternehmens Kaspersky Lab ein Risiko auf digitale Spionage und Sabotage gebe, sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus im niederländischen Radio. Zuvor hatten auch Großbritannien und die USA davor gewarnt.

Der Minister verwies auch in einem Brief an das Parlament auf "Risiken für die nationale Sicherheit". Nach russischer Gesetzgebung müssten "Unternehmen wie Kaspersky die russischen Geheimdienste unterstützen im Ausüben ihrer Aufgaben, wenn diese Dienste das fordern." Konkrete Fälle von Spionage gibt es nach den Worten des Ministers nicht.

Kaspersky Lab hatte die Bedenken stets als unbegründet zurück gewiesen. Über die Entscheidung aus Den Haag sei das Unternehmen enttäuscht, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. "Es hat den Anschein, dass unser Unternehmen Opfer von geopolitischen Entwicklungen ist", sagte ein Sprecher.

"Transparenz weiter erhöhen"

Um die Bedenken aus dem Weg zu räumen, will Kaspersky Teile seiner der Infrastruktur von Russland in die Schweiz verlegen. Die Datenverarbeitung solle künftig in der Schweiz stattfinden und von einer unabhängigen Stelle überprüft werden, erklärte das Unternehmen. Kaspersky wolle "Vertrauensrisiken deutlich verbessern und seine Transparenz für aktuelle und zukünftige Kunden sowie für die Öffentlichkeit weiter erhöhen".

Dem Unternehmen zufolge sollen ab Ende 2019 die Daten von Kunden aus Europa, Nordamerika, Singapur, Australien, Japan und Südkorea in einem neuen Rechenzentrum in Zürich gespeichert und verarbeitet werden. Auch die Fertigstellung der Sicherheitssoftware werde bis Ende des Jahres in die Schweiz verlegt.

Quelle: n-tv.de