Politik

Erklärung von Kim und Moon Nord- und Südkorea streben atomare Abrüstung an

93558718eb110bb7da391f759aee4d8d.jpg

Nach ihrer ersten Gesprächsrunde haben Kim Jong Un (l.) und Moon Jae In in Panmunjom auch eine Kiefer als Zeichen der Versöhnung gepflanzt.

(Foto: AP)

Die Anzeichen für eine Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel verdichten sich: Auf ihrem Gipfel stellen die Staatschefs Kim und Moon ihre Ziele vor. Dazu gehören atomare Abrüstung und ein Ende des Kriegszustands. Getrennte Familien sollen sich wiedersehen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seinen Willen zu einem kompletten Abbau seines Atomprogramms bekräftigt. Das geht aus der gemeinsamen Erklärung hervor, die Kim und der südkoreanische Präsident Moon Jae In bei ihrem Gipfeltreffen in Panmunjom unterzeichnet haben. Darin verkünden die beiden Staatschefs außerdem, dass sie den offiziell noch geltenden Kriegszustand auf der Halbinsel bis zum Jahresende beenden wollen. Beide Länder wollen zudem wieder Treffen von Familien ermöglichen, die durch den Koreakrieg auseinandergerissen worden waren.

In der gemeinsamen Erklärung versprechen Moon und Kim, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel durch "die vollständige Denuklearisierung" schaffen zu wollen. Vom 1. Mai an sollen alle feindseligen Handlungen, einschließlich der Lautsprecherdurchsagen an der Grenze und der Verbreitung von Flugblättern in der Demilitarisierten Zone (DMZ), eingestellt werden.

"Die DMZ wird in Zukunft praktisch zu einer Friedenszone werden", heißt es in der Erklärung. Süd- und Nordkorea würden aktiv zusammenarbeiten, um ein dauerhaftes Friedenssystem aufzubauen. "Wir erklären, dass kein Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel ausbrechen werde."

Geplant sind zudem multilaterale Gespräche über eine formelle Beendigung des Koreakrieges. Kim und Moon vereinbarten, dass sie Gespräche entweder zu dritt mit den USA oder zu viert unter Einschluss Chinas aufnehmen wollten. Weiterhin soll es regelmäßig militärische Gespräche über Entspannungsmaßnahmen führen, die auf der Ebene der Verteidigungsminister und Generäle geführt werden sollen.

Nächster Gipfel in Pjöngjang

Als erster nordkoreanischer Machthaber seit dem Koreakrieg, der von 1950 bis 1953 dauerte, hatte Kim an diesem Freitag südkoreanischen Boden betreten. Im Grenzdorf Panmunjom empfing Südkoreas Präsident Moon ihn direkt an der Demarkationslinie. Beide Staatschefs begrüßten sich herzlich mit Handschlag und stellten sich den Fotografen.

Spontan forderte Kim dabei den südkoreanischen Präsidenten auf, seinerseits die Betonschwelle im Boden, die die Grenze kennzeichnet, auch nach Norden zu überqueren. Moon betrat damit erstmals nordkoreanischen Boden, was vorher nicht erwartet worden war.

Nach ihrem Gespräch kündigte Moon außerdem an, noch in diesem Jahr nach Nordkorea reisen zu wollen. Er nahm in Panmunjom eine Einladung Kims an. Ersten Angaben zufolge soll die Reise im Herbst stattfinden. Ende Mai oder Anfang Juni will sich der nordkoranische Machthaber außerdem persönlich mit US-Präsident Donald Trump treffen.

Der US-Präsident sprach auf Twitter von einem historischen Treffen, das zwischen Nord- und Südkorea stattgefunden habe. Nach einem "wilden Jahr" mit atomaren Tests "geschehen gute Dinge", schrieb Trump. "Aber nur die Zeit wird es zeigen."

Quelle: n-tv.de, chr/rts/dpa

Mehr zum Thema