Politik

Volk wird stärker überwacht Kim Jong Un festigt eisernen Griff in Nordkorea

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Dieses Bild wurde im März vom offiziellen nordkoreanischen Nachrichtendienst veröffentlicht und zeigt Kim Jong Un (Mitte) vor dem Test einer ballistischen Interkontinentalrakete.

(Foto: IMAGO/UPI Photo)

Während die USA und Südkorea einen nächsten Atomtest Nordkoreas befürchten, versucht Machthaber Kim Jong Un im Landesinnern, noch mehr Stärke zu erlangen. Er ruft eine spezielle Sitzung ein, um die Bürger des isolierten Landes vermehrt gleichzuschalten.

Machthaber Kim Jong Un stärkt den Einfluss seiner Partei auf die Bürger Nordkoreas. Mit einer erstmals einberufenen Sitzung wolle er die "monolithische" Führungsrolle der regierenden Arbeiterpartei Koreas (WPK) in der gesamten Gesellschaft stärken, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. "Die Konferenz hatte zum Ziel, die organisatorische und ideologische Konsolidierung der Parteireihen in jeder Hinsicht zu verwirklichen."

Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die "Partei-Lebensführung" (PLG), die als mächtige Organisation die Loyalität von Funktionären und Mitgliedern kontrolliert. Laut des in den USA ansässigen Komitees für Menschenrechte in Nordkorea (HRNK) überwacht die PLG Trends und Muster im individuellen Verhalten, insbesondere solche, die den Interessen des Machthabers schaden könnten.

Kim bezeichnete in seinen Ausführungen auf der Konferenz die PLG als "Ader und Nervenstrang", die die Parteiorganisationen fest mit dem Zentralkomitee verknüpfen, berichtete KCNA. Sie sei die wichtigste Grundlage für die Umsetzung der Ideen und der Politik der Partei. Zu den Methoden der PLG gehören laut HRNK-Bericht regelmäßige Sitzungen zur Selbstkritik, in denen die Teilnehmer ihr Fehlverhalten eingestehen und sich Vorwürfen anderer Mitglieder stellen müssen. Sie ist für die Weitergabe von Weisungen hochrangiger Beamter verantwortlich und spielt eine Rolle bei der Auswahl von Kandidaten, die bei Wahlen antreten dürfen.

Die USA und Südkorea verkündeten derweil am Mittwoch die Befürchtung, dass sich Nordkorea auf einen siebten Atomtest vorbereitet. Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol hat für den Fall einer nordkoreanischen Provokation "unverzügliche und strenge" Vergeltungsschläge angekündigt. Er forderte das Militär bei einem Treffen mit ranghohen Kommandeuren nach Angaben des Präsidialamts dazu auf, "starke Verteidigungskapazitäten" zum Schutz Südkoreas bereitzuhalten. Yoon trat sein Amt im Mai mit dem Versprechen an, eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea einzuschlagen. Der letzte Atomtest Nordkoreas war 2017. Seitdem sind mehrere Verhandlungsrunden zur Denuklearisierung des Landes gescheitert.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 07. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, dbe/rts

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