Politik

Streit mit Südkorea eskaliert Nordkorea sprengt Verbindungsbüro

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Das Verbindungsbüro wurde im September 2018 eröffnet.

(Foto: REUTERS)

Erst droht Nordkorea mit der Entsendung von Soldaten in bereits "entmilitarisierte" Zonen, dann greift das Regime zu einer anderen drastischen Maßnahme: Ein innerkoreanisches Verbindungsbüro wird dem Erdboden gleichgemacht.

Nordkorea hat nach Angaben der südkoreanischen Regierung das gemeinsame Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong zerstört. Nordkorea habe das Büro "in die Luft gesprengt", erklärte das Vereinigungsministerium in Seoul. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, bei Kaesong, wo sich neben dem Verbindungsbüro auch ein gemeinsames, aber stillgelegtes Industriegebiet befindet, sei nach einer Explosion Rauch aufgestiegen.

Das Verbindungsbüro diente als wichtiger Kommunikationskanal zwischen beiden Staaten. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel schaukeln sich derzeit wieder hoch. Nordkorea fühlte sich zuletzt durch eine neue Propagandaflugblatt-Aktion südkoreanischer Aktivisten provoziert. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte bereits unter anderem mit dem Rückzug aus einem bilateralen Militärabkommen von 2018 über vertrauensbildende Maßnahmen und auch mit der Schließung des Verbindungsbüros gedroht. Auch kappte Nordkorea die Kommunikationsleitungen zum Süden.

Die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un drohte vor einigen Tagen außerdem mit einer Militäraktion gegen Südkorea - und erwähnte dabei auch das Verbindungsbüro in Kaesong. "In Kürze wird eine tragische Szene des komplett eingestürzten, nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein", erklärte Kim Yo Jong am Samstag.

Am heutigen Dienstag drohte dann auch die nordkoreanische Armee mit einer Militäraktion. Die nordkoreanische Armee sei "voll einsatzbereit", erklärte der Generalstab der Koreanischen Volksarmee. Wegen einer Verschlechterung der innerkoreanischen Beziehungen werde bereits ein "Aktionsplan" geprüft, um "die Frontlinie in eine Festung zu verwandeln", wurde die Armeeführung von den Staatsmedien zitiert. Die Armee will demnach wieder Soldaten in Gebiete schicken, die nach einem Abkommen zwischen beiden Ländern entmilitarisiert wurden.

"Großangelegte Flugblattaktion" geplant

Die nordkoreanische Armee machte keine Angaben dazu, in welche Gebiete konkret sie wieder vordringen will. Südkoreanischen Medienberichten zufolge könnte Nordkorea Grenzposten an der stark befestigten gemeinsamen Grenze einrichten, die nach einer Vereinbarung von 2018 abgebaut worden waren.

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Hintergrund des Konflikts ist eine Flugblattaktion südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge. In den rund 500.000 Flugblättern, die meist mit Ballons über die Grenze geschickt werden, wird Nordkoreas Machthaber für Menschenrechtsverletzungen und seine Atompolitik kritisiert. Die kommunistische Führung in Pjöngjang wirft der Regierung in Seoul vor, die Aktivisten nicht daran zu hindern. Die nordkoreanische Armee drohte daher ihrerseits mit einer "großangelegten Flugblattaktion".

Die innerkoreanischen Beziehungen sind seit dem gescheiterten Gipfel Nordkoreas mit den USA im Februar vergangenen Jahres zum Erliegen gekommen. Experten vermuten, dass Nordkorea mit einer Eskalation des Konflikts mit Südkorea den Druck auf die USA erhöhen will.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP