Politik

Nach einer Wahlniederlage Notfalls wird Gabriel wieder Lehrer

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Gabriel bei seiner Sommerreise in Goslar

(Foto: picture alliance / dpa)

Die SPD wird aller Voraussicht nach mit Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf ziehen. Und wenn die Genossen die Wahl verlieren? Bei einem Termin macht Gabriel Anspielungen.

Er ist noch nicht offiziell gekürt. Dennoch rechnet fast jeder damit, dass SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel seine Partei als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 führen wird. Zurzeit sind die Aussichten der Genossen wenig vielversprechend. In Umfragen liegt die Partei zwischen 22 und 24 Prozent. Und was, wenn es doch nichts wird mit dem Kanzleramt?

Ein Wahlniederlage könnte Gabriels politische Karriere beenden. Es ist wenig wahrscheinlich, dass er in diesem Fall Parteichef bleibt oder nochmal Minister wird. Gabriel genießt als Politiker üppige Pensionsansprüche. Nach der Bundestagswahl ist er aber erst 58 Jahre alt, zu jung für die Rente. Nur, was dann? Vielleicht hat Gabriel darüber schon mal nachgedacht. Auf seiner Sommerreise sagte er vor Journalisten in seiner Heimatstadt Goslar: "Ich könnte, wenn alles schief geht, sofort wieder anfangen." Sein Arbeitsvertrag ruhe nur.

Gabriel studierte Deutsch und Gemeinschaftskunde auf Lehramt, machte 1989 sein zweites Staatsexamen. Anschließend arbeitete er als Lehrer in der Erwachsenbildung im Bildungswerk der Volkshochschulen. Er brachte Ausländern Deutsch bei und bereitete arbeitslose Jugendliche auf den Beruf vor, bevor er 1990 mit 31 Jahren Abgeordneter im niedersächsischen Landtag wurde.

Es ist offen, ob Gabriels Äußerung ernst gemeint oder nur ein Scherz ist. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte im Gespräch mit n-tv.de, dass der Kanzlerkandidat erst 2017 ernannt werden solle. Im Mai findet der Nominierungsparteitag statt.

Gabriel und seiner Partei bleiben 13 Monate, um in der Bevölkerung um Zustimmung zu werben. Im für ihn besten Fall kann Gabriel seinen alten Vertrag dann noch ein bisschen länger ruhen lassen.

Quelle: n-tv.de, cro

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