Politik

Vorwahlen in drei Bundesstaaten Nur in Ohio kann Biden heute nicht gewinnen

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Sanders und Biden sind die letzten Kandidaten im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

(Foto: dpa)

Joe Biden und Bernie Sanders kämpfen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Nun startet die nächste wichtige Vorwahl-Runde. Eigentlich sollte in vier Staaten gewählt werden. Doch wegen des Coronavirus bleiben die Wahllokale in Ohio geschlossen.

Im Duell der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und Bernie Sanders steht an diesem Dienstag die nächste große Vorwahl-Runde an. Abgestimmt wird in drei Bundesstaaten: Arizona, Florida und Illinois. Auch in Ohio sollte abgestimmt werden, dort sollen nach dem Willen des Gouverneurs aber die Gesundheitsbehörden dafür sorgen, dass wegen der Gefahren des Coronovirus die Wahllokale geschlossen bleiben. Erste Wahllokale öffnen gegen Mittag deutscher Zeit. Ergebnisse werden nach deutscher Zeit erst am Mittwoch erwartet. Die Demokraten stimmen darüber ab, wen sie für den besten Kandidaten ihrer Partei für die Präsidentschaftswahl im November halten.

Ex-US-Vizepräsident Biden (77) und der linke Senator Sanders (78) liefern sich einen Zweikampf um die Nominierung. Es könnte eine wegweisende Vorwahl-Runde werden. Insgesamt geht es um 577 Stimmen von Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer, bei dem der Präsidentschaftskandidat der Partei am Ende offiziell gekürt wird. 577 sind fast 15 Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Allein 219 Delegiertenstimmen werden in Florida vergeben, 155 in Illinois.

Die Delegierten-Mathematik

Bei den Vorwahlen der Demokraten werden nach und nach die Stimmen der Delegierten für den Parteitag im Juli verteilt. Dort braucht ein Kandidat mindestens 1991 von 3979 regulären Delegierten auf seiner Seite, um sich eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat zu sichern. 47 Prozent aller Delegiertenstimmen wurden bei den bisherigen Vorwahlen bereits vergeben. Nach diesem Dienstag werden insgesamt 61 Prozent verteilt sein.

Derzeit liegt der Ex-US-Vizepräsident in dem Duell klar in Führung: Nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN hat er sich bei den bisherigen Vorwahlen bereits 845 Delegiertenstimmen gesichert - Sanders wiederum 694. Und: Biden hat bei den Vorwahlen in Arizona, Florida, Illinois und Ohio gute Chancen, seine Siegesserie fortzusetzen. In Umfragen liegt er in allen vier Bundesstaaten weit in Führung, jeweils im zweistelligen Prozentpunktebereich. Sollte er bei den Abstimmungen überall siegen, würde er seinen Vorsprung deutlich ausbauen - und der Druck auf Sanders würde zunehmen, aus dem Rennen auszusteigen.

Die Vorwahlen ziehen sich noch regulär bis in den Juni hin. Im Sommer stehen dann die Nominierungsparteitage bei Demokraten und Republikanern an: Die Demokraten wollen im Juli zusammenkommen, die Republikaner im August. Zumindest sieht so der bisherige Zeitplan aus.

Der Corona-Faktor bei den Vorwahlen

Doch den könnte das Coronavirus ins Wanken bringen. Schon jetzt werden Kundgebungen werden abgesagt, erste Bundesstaaten - Louisiana und Georgia - haben ihre Vorwahlen wegen der Ausbreitung des Virus verschoben. Auch für Ohio stand eine Verschiebung im Raum: Der dortige Gouverneur Mike DeWine sprach sich dafür aus. Ein Gericht wies das am Montagabend (Ortszeit) jedoch ab, wie mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und der Sender Fox News übereinstimmend berichteten. DeWine teilte am späten Montagabend über Twitter mit, dass die Gesundheitschefin des Bundesstaates per Verordnung dafür sorgen soll, dass die Wahllokale nicht öffnen, um Wahlhelfer keinen gesundheitlichen Risiken auszusetzen.

US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, die Verschiebung einer Wahl sei eine große Sache und in diesem Fall seiner Ansicht nach nicht nötig. Auch die Republikaner halten in Florida, Illinois und Ohio Vorwahlen ab. Das ist aber weit weniger spannend, denn der Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist gesetzt: Amtsinhaber Trump hat hier parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die republikanische Partei in Arizona hat die Vorwahl dort daher gleich ganz gestrichen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa