Politik

Atomabkommen aufgekündigt Obama kritisiert "ernsten Fehler" von Trump

Für gewöhnlich hält sich Ex-US-Präsident Obama mit Kommentaren zur aktuellen Politik seines Landes zurück. Nun aber übt er nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran scharfe Kritik an seinem Amtsnachfolger.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung seines Amtsnachfolgers Donald Trump zum Abschied vom Atomdeal mit dem Iran scharf kritisiert.

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Unter Obamas Regierung war das Abkommen ausgearbeitet worden.

(Foto: REUTERS)

"Ich glaube, dass die Entscheidung, das Atomabkommen zu riskieren, ohne dass es einen iranischen Verstoß gegen den Deal gibt, ein ernster Fehler ist", erklärte Obama in einer Stellungnahme. "Ohne das Atomabkommen könnten die Vereinigten Staaten vor die negative Entscheidung gestellt werden, ob sie einen atomar aufgerüsteten Iran akzeptieren wollen oder einen weiteren Krieg im Nahen Osten."

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Obama hat sich in den vergangenen 15 Monaten nur äußerst selten zu tagesaktuellen politischen Entscheidungsprozessen geäußert und sich mit öffentlicher Kritik an seinem Nachfolger zurückgehalten.

"Das JCPOA funktioniert", erklärte Obama nun mit Verweis auf den offiziellen Namen des Abkommens aus dem Jahr 2015, an dessen Ausarbeitung seine Regierung mitgewirkt hatte. "Das ist die Ansicht unserer europäischen Verbündeten, unabhängiger Experten und des amtierenden US-Verteidigungsministers", sagte er.

Clinton und Biden stimmen in Kritik ein

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Die ehemalige Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bezeichnete Trumps Schritt ebenfalls als "großen Fehler". "Es macht Amerika weniger sicher und weniger vertrauenswürdig", schrieb sie auf Twitter. Zudem sei der Iran nun gefährlicher. Weiter schrieb sie: "Was ist Plan B? Wer denkt, Bombardierung sei die Antwort, ist beklagenswert falsch informiert."

Der frühere Vizepräsident Joe Biden erklärte auf Facebook, Trumps Entscheidung werde die USA international isolieren und einen atomar bewaffneten Iran wieder wahrscheinlicher machen. Zudem drohten die USA dadurch wieder "auf einen Pfad zu einem Krieg mit dem Iran" zu gelangen.

Trump hingegen rechtfertigte den Ausstieg aus dem Atomdeal mit der Aussage, der Iran habe über sein Atomwaffenprogramm gelogen. Teheran hatte sich 2015 verpflichtet, für mindestens ein Jahrzehnt wesentliche Teile seines Nuklearprogramms drastisch zu beschränken. Die damals ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran sollen wieder in Kraft treten.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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