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Das Verteidigungsministerium in Washington habe eine Untersuchung des Vorfalls aufgenommen, betonte Obama.
Das Verteidigungsministerium in Washington habe eine Untersuchung des Vorfalls aufgenommen, betonte Obama.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 04. Oktober 2015

Nach tödlichem Angriff auf Klinik: Obama spricht Kundus-Opfern Beileid aus

Vieles deutet darauf hin, dass US-Streitkräfte ein Krankenhaus in der nordafghanischen Stadt Kundus bombardiert haben. Nun spricht der oberste Befehlshaber, US-Präsident Obama, den Opfern und Betroffenen sein Beileid aus. Der Vorfall soll untersucht werden.

Nach dem mutmaßlichen US-Luftangriff auf ein Krankenhaus in Kundus hat US-Präsident Barack Obama den Opfern sein Beileid ausgesprochen. "Im Namen des amerikanischen Volkes" spreche er dem medizinischen Personal und anderen Opfern des "tragischen Zwischenfalls" in einer Klinik der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sein Beileid aus, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Das Verteidigungsministerium in Washington habe eine Untersuchung des Vorfalls aufgenommen, betonte Obama. Erst wenn deren Ergebnisse vorlägen, könnten die Umstände der "Tragödie" beurteilt werden. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den Luftangriff scharf verurteilt. Wie sein Büro mitteilte, forderte er zugleich eine "gründliche und unabhängige Untersuchung", um festzustellen, wer verantwortlich sei. Die UNO zeigte sich entsetzt und sprach von einem "unverzeihlichen und möglicherweise sogar kriminellen" Zwischenfall.

Offenbar die US-Luftwaffe hatte am Samstagmorgen ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Kundus bombardiert. Dabei starben 19 Menschen. Nach Angaben der Hilfsorganisation kannte das US-Militär den Standort der Klinik, zudem sei der Angriff selbst fortgesetzt worden, nachdem das afghanische und das US-Militär über das Bombardement informiert worden sei.

Quelle: n-tv.de