Politik

Ex-Präsident in Köln Obama wirbt für Klimaschutz, trotz Trump

Seit Trump im Weißen Haus ist, kühlt das deutsch-amerikanische Verhältnis ab. Unter Obama war das noch ganz anders. Nun ist der ehemalige US-Präsident mal wieder in Deutschland. In Köln erzählt er, wie er neu lernte, Kaffee zu machen - doch es geht ihm um etwas anderes.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist "zuversichtlich und vorsichtig optimistisch", dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden. Natürlich seien viele frustriert aufgrund der Haltung der derzeitigen US-Regierung, aber man dürfe nicht vergessen, dass etwa der Staat Kalifornien alle Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen umsetze. Im Übrigen setze er auf die Jugend, sagte Obama am Abend bei einem Auftritt vor 14.000 Zuhörern in der Kölner Lanxess-Arena. Thema der Runde war Menschenführung. 

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Wenn alle jungen Leute zur Wahl gingen und dabei für klimafreundliche Parteien stimmten, könnten sie sehr schnell Veränderungen zustande bringen. Er sage jungen Leute immer: "Ihr würdet euren Großvater niemals darüber entscheiden lassen, was ihr anzieht oder welche Musik ihr euch anhört. Aber ihr lasst ihn darüber entscheiden, was mit der Umwelt geschieht, in der ihr leben werdet?" In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Sein republikanischer Nachfolger Donald Trump hat dagegen den Austritt der USA aus dem Abkommen eingeleitet. Seit dem Ausscheiden aus dem Amt widmet sich Obama der Aufgabe, junge Leute für die Politik zu begeistern.

Obama erzählte auch von seiner Zeit im Weißen Haus. Er verglich das Amt mit einem Kapitän auf einem sehr großen Schiff. Man müsse dort schnell Geduld lernen, sagte er. "Man kann es nicht drehen, und plötzlich geht es in die entgegengesetzte Richtung." Es gebe da ein "großes Lenkrad", und es seien viele Leute an Bord. Hoffentlich habe man am Ende einer Amtszeit eine bessere Richtung eingeschlagen.

"Der Kaffee schmeckte sehr schlecht"

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt 2017 habe er sich erst einmal ausgeruht. "Michelle und ich haben erstmal sehr lange geschlafen", erzählte Obama. Er habe danach auch bestimmte Dinge erstmal wieder lernen müssen. "Ich musste mir selbst Kaffee machen. Ich wusste gar nicht, wie die Maschine funktioniert." Sein erster selbst gemachter Kaffee habe denn auch sehr schlecht geschmeckt. Außerdem habe er sich im neuen Heim der Familie in Washington etwas Platz erobern müssen, weil sich die anderen Familienmitglieder überall ausgebreitet hätten.

Obama, der von 2009 bis 2017 Präsident der USA war, will am Freitag nach Berlin weiterreisen - unter anderem, um sich dort mit "seiner Freundin" Angela Merkel zu treffen, wie er sagte. Die Begegnung am Nachmittag im Kanzleramt sei als vertrauliches Gespräch eingestuft, die Öffentlichkeit solle nicht unterrichtet werden, hatte am Nachmittag ein Regierungssprecher in Berlin gesagt. Weitere Angaben wollte er nicht machen. Obama hatte als Präsident eng mit Merkel zusammengearbeitet. Seit dem Antritt seines Nachfolgers Donald Trump kühlte sich das deutsch-amerikanische Verhältnis deutlich ab. Dies dürfte eines der Themen bei der Begegnung am Freitag sein.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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