Politik

Milliarden Euro für alte TechnikÖkonom vermisst "vernünftigen Plan" bei Verteidigung

13.02.2026, 07:20 Uhr
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"25 Millionen Euro teure Panzer können von einer Drohne kampfunfähig gemacht werden, die vielleicht 50.000 Euro kostet", sagt Schularick. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Ökonom Schularick fällt ein vernichtendes Urteil über die Ausgabenpolitik der Bundeswehr: "Der Plan ist aktuell, bis Ende des Jahrzehnts rund 500 Milliarden Euro auszugeben, um am Ende genauso abhängig von den Amerikanern zu sein wie bisher." Dabei sieht er Möglichkeiten, das Geld sinnvoll einzusetzen.

Der Kieler Ökonom Moritz Schularick fordert einen Kurswechsel in der Verteidigungspolitik. "Es fehlt ein vernünftiger Plan, mit den grundsätzlich richtigen höheren Verteidigungsausgaben Frieden und Freiheit in Europa zu stärken und dies mit ökonomischen und technologischen Chancen zu verbinden", sagte der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. "Der Plan ist aktuell, bis Ende des Jahrzehnts rund 500 Milliarden Euro auszugeben, um am Ende genauso abhängig von den Amerikanern zu sein wie bisher."

Für die Industrie sieht Schularick Potenziale. "Grundsätzlich haben wir die Chance, jetzt etwa so wie die Chinesen es bei den Elektroautos gemacht haben, eine ganze Generation von Technologie zu überspringen. Statt jetzt in den 1990er Jahren entwickelte Panzer nachzukaufen, für die in den vergangenen 20 Jahren kein Geld da war, sollten wir die Mittel besser gleich in die nächste Generation von Verteidigungstechnologie stecken."

Deutschland orientiere sich zu stark an Alttechnologien, warnte Schularick. "Wir haben bis jetzt 95 Prozent des Geldes für bemannte Altsysteme verplant." Ziel müsse es sein, so schnell wie möglich das autonom fahrende Militärfahrzeug der Zukunft zu entwickeln.

"25 Millionen Euro teure Panzer können von einer Drohne kampfunfähig gemacht werden, die vielleicht 50.000 Euro kostet", sagte Schularick. "Und wir haben die geniale Idee, dem Panzer ein zweites bemanntes System an die Seite zu stellen, um den Panzer zu schützen." Sinnvoller sei, gleich in unbemannte Systeme zu investieren.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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