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Neuanfang in Privatwirtschaft Oettinger plant bereits seine Zukunft

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Nach Ostern will Oettinger entscheiden, welches Angebot er annehme, sagte der CDU-Politiker.

dpa

Der im kommenden Jahr aus der EU-Kommission scheidende Günther Oettinger will sich nach seiner Zeit in Brüssel in der Privatwirtschaft beruflich neu orientieren. Er habe eine Reihe von Anfragen - auch außerhalb Deutschlands.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will nach seinem Ausscheiden aus der Brüsseler Behörde im kommenden Jahr in die Wirtschaft wechseln. In einem Interview mit dem Magazin "Focus" sagte er: "Ich will in der Privatwirtschaft noch mal vollberuflich tätig werden. International." Er habe eine Reihe von Anfragen und führe Gespräche in Deutschland und auch außerhalb Deutschlands.

Nach Ostern werde er entscheiden, welches Angebot er annehme, sagte der CDU-Politiker. Nach der Europawahl im Mai wird eine neue Kommission gebildet. Spitzenkandidat der konservativen Parteienfamilie EVP, zu der auch CDU und CSU gehören, ist der CSU-Europapolitiker Manfred Weber. Sollte die in Umfragen derzeit führende EVP bei den Europawahlen tatsächlich stärkste Fraktion im Parlament werden, dürfte Weber beste Chancen auf das Amt des Kommissionspräsidenten haben.

Oettinger forderte im gleichen Interview zudem die Bundesminister auf, ihre Hauptarbeitsorte künftig von Berlin in die EU-Hauptstädte Brüssel oder Luxemburg zu verlegen. Viele politische Fragen könne die EU wesentlich effizienter lösen als ein Nationalstaat, von daher würde die Bundesrepublik von einem solchen Schritt selbst profitieren, sagte Oettinger dem "Focus".

Europäer sollen gemeinsam auftreten

Als Beispiel nannte er die Genehmigung eines Handelsabkommens oder Regeln in der Industriepolitik, bei der die Entscheidungen der EU-Gremien maßgebend seien. "Das heißt aber: Der Hauptarbeitsplatz von immer mehr Bundesministern müsste Brüssel und Luxemburg werden und nicht mehr Berlin", argumentierte Oettinger. Deutschland habe ein großes Stimmengewicht in der EU. "Und damit käme die Arbeit im Grunde genommen sowohl Europa als auch deutschen Arbeitsplätzen zugute."

Der 65-Jährige brachte auch gemeinsame Reisen von EU-Staats- und Regierungschefs ins nichteuropäische Ausland ins Spiel. "Ich würde mir wünschen, dass nicht nur deutsche Wirtschaftsdelegationen mit deutschen Regierungsmitgliedern nach China fahren, sondern dass die Europäer gemeinsam dort auftreten." So könnten Bundeskanzlerin Angela Merkel , Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker einen solchen Trip beispielsweise zusammen mit Vertretern wichtiger europäischer Unternehmen in Angriff nehmen, sagte der Christdemokrat.

Quelle: n-tv.de, jki/rts/dpa

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