Politik

"Ziehen uns in Krieg hinein"Orban bezeichnet Ukraine als "Feind"

08.02.2026, 15:11 Uhr
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Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Orbans Posten ist in Gefahr. (Foto: picture alliance/dpa/-)

Ungarns Premier Orban ist für seine putinfreundliche Haltung bekannt. Immer wieder erschwert er EU-Entscheidungen zu Russland. In seiner neuesten Wahlkampfrede übernimmt er auch die Wortwahl des Kreml für die Ukraine.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die von Russland angegriffene Ukraine als "Feind" bezeichnet. "Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird", sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely. "Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind", fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.

Zugleich bekräftigte Orban seine Ablehnung eines EU-Beitritts der Ukraine, wie der "Spiegel" berichtet. Seine Regierung werde alles tun, um das zu verhindern. "Die Ungarn sollten keine militärische oder wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ukrainern anstreben, denn sie ziehen uns in einen Krieg hinein", sagte er.

Orban zählt zu den engsten Verbündeten des Kremlchefs Wladimir Putin in der EU. Sein Land ist in hohem Maße von russischen Gas- und Erdöllieferungen abhängig. Anders als die anderen EU-Länder unternahm Ungarn unter Orban keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der russischen Energieabhängigkeit zu lösen. Die EU will bis spätestens 2027 kein Erdgas mehr aus Russland importieren, eine entsprechende Verordnung trat am Montag in Kraft. Ungarn und die Slowakei wehren sich juristisch dagegen.

Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich Orban einem chancenreichen Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar, ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbans Fidesz-Partei.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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