Politik

Vorwahlkampf in den USA "Palin light" tritt an

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Rick Santorum, Michele Bachmann, Newt Gingrich, Mitt Romney, Ron Paul, Tim Pawlenty und Herman Cain (v.l.n.r.).

(Foto: dpa)

Die Republikanerin Michele Bachmann, ein prominentes Aushängeschild der radikalen "Tea Party"-Bewegung, beteiligt sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Bachmann gilt als Light-Version von Ex-Vizekandidatin Sarah Palin, weshalb ihr zugetraut wird, breitere Wählerschichten anzusprechen.

Bei einer Fernsehdebatte republikanischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur erklärt die Kongressabgeordnete Michele Bachmann, dass auch sie antreten will. Sie habe die nötigen Papiere eingereicht, um an den Vorwahlen ihrer Partei teilnehmen zu können.

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Michele Bachman

(Foto: AP)

Ihre Ankündigung kam überraschend, der Sender CNN, der die Debatte ausstrahlte, verschickte umgehend eine Breaking-News-Mail. Neben Bachmann nahmen sechs weitere republikanische Bewerber teil: der frühere Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Newt Gingrich, der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, der ehemalige Chef einer Pizza-Kette, Herman Cain, der texanische Abgeordnete Ron Paul und der frühere Senator von Pennsylvania, Rick Santorum.

Der eher sanfte Schlagabtausch im Saint Anselm College im US-Staat New Hampshire galt als inoffizieller Auftakt des Vorwahlkampfes, an dessen Ende die Konservativen ihren Gegenkandidaten zu Amtsinhaber Barack Obama nominieren. Der Präsident, seit Anfang 2009 im Amt, hat bereits seine Kandidatur für die Demokraten angekündigt.

Romney gibt sich siegessicher

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Mitt Romney

(Foto: AP)

In New Hampshire wird im Februar 2012 die erste Vorwahl der Republikaner stattfinden. Eindeutiger Favorit im Feld der Bewerber ist laut Umfragen der Multimillionär Romney. So stellte sich der 64-Jährige, der bereits zum zweiten Mal nach dem höchsten Amt im Staat strebt, den Zuschauern als klarer Herausforderer von Obama dar: "Ich kann nicht abwarten, mit ihm zu diskutieren", sagte er. Dem Amtsinhaber warf er erneut Versagen in der Wirtschaftspolitik vor.

Zwei Stunden dauerte die Fernsehdebatte. Nicht nur der Moderator John King, sondern zahlreiche Gäste im Publikum durften teils harte Fragen stellen. Die Kandidaten geizten mit gegenseitiger Kritik und nutzten das Forum insbesondere, um sich in innenpolitischen Fragen gegen Obama zu positionieren. Hauptthemen waren die hohe Arbeitslosigkeit, die massive Staatsverschuldung und die Gesundheitsreform der US-Regierung, die durchweg auf harte Ablehnung stieß. Für hochgezogene Augenbrauen bei Kommentatoren sorgte Cain mit der Aussage, er würde keine Muslime in seiner Regierung haben wollen, "die versuchen, uns umzubringen".

Die außenpolitische Diskussion drehte sich vor allem um den Kampf gegen den Terrorismus. Kosten für Militäreinsätze im Ausland - auch in Afghanistan - sollten zum Wohle inländischer Investitionen eingeschränkt werden, so der Tenor. Paul sagte, amerikanische Truppen sofort nach Hause holen zu wollen - auch gegen den Willen von Generälen.

Der eigentliche Star fehlt

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Weit weg von "Washington": Sarah Palin auf ganz privater Fahrt durch die USA.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Kandidatenfeld der Republikaner ist voraussichtlich noch nicht komplett und so fehlten manche potenziellen Bewerber bei der Debatte. Erwartet wird vor allem, dass auch die ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, ihren Hut in den Ring wirft. Die Ex-Kandidatin für das Vizepräsidentenamt steht vielen Umfragen an zweiter Stelle hinter Romney, obwohl sie offiziell keine Kandidatur angekündigt hat. Palin ist wie Bachmann eine Favoritin der "Tea Party"-Basisbewegung am rechten Rand der Republikaner - weshalb Beobachter ein spannendes Duell zwischen beiden erwarten.

Derzeit reist Palin mit einer Art Wahlkampfbus durch die USA, betont dabei aber immer wieder, es handele sich lediglich um ganz normale Ferien. Ihre Bustour erregt große Aufmerksamkeit. Zugleich macht Palin damit deutlich, dass sie mit "Washington" - also mit der beim Wähler häufig ungeliebten großen Politik - nichts zu tun hat.

Auch Obama nutze den Montag für seinen Wahlkampf. Er sammelte in Florida Spendengelder für seine Kampagne.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP

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