Politik

"Handy besser weggelegt" Palmer gibt nach Aogo-Kommentar Fehler zu

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Die Grünen wollen Palmer aus der Partei ausschließen.

(Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER)

Boris Palmer zeigt sich nach seiner Äußerung über den ehemaligen Nationalspieler Dennis Aogo in einem neuen Podcast ungewöhnlich reumütig und kann die Kritik an seinem Kommentar inzwischen nachvollziehen. Rückblickend hätte er es lassen sollen, sagt Tübingens Oberbürgermeister.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen hat im Streit um seinen von vielen Seiten als rassistisch bewerteten Facebook-Kommentar über Dennis Aogo einen Fehler eingeräumt. In dem Moment, in dem sein Post mit seinem Oberbürgermeister-Amt in Verbindung gebracht werde, sei der Kommentar würdelos.

"Da hätte ich das Handy in der Tat besser weggelegt, als die 65 Zeichen eingetippt", sagte Palmer in dem Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeigers" und des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Palmer hatte vor rund drei Wochen in einem Beitrag über den früheren Nationalspieler Aogo, der einen nigerianischen Vater hat, das N-Wort benutzt. Mit diesem Begriff wird die früher in Deutschland gebräuchliche, inzwischen rassistische Bezeichnung Neger für Schwarze umschrieben.

Im Gespräch mit den Podcast-Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach äußert der Oberbürgermeister Selbstkritik: "Es gibt immer wieder Dinge, die mich wahnsinnig aufregen. Aber da sollte man sich trotzdem fragen: Bin ich dafür zuständig? Kann ich dazu einen Beitrag leisten? Macht das irgendwas besser? Oder ist es nur ein Ventil für meinen Ärger? Wenn man zu dem Ergebnis kommt, das ist nur ein Ventil für meinen Ärger, dann soll man es natürlich lassen."

Die Grünen wollen Palmer aus der Partei ausschließen. Palmer betonte erneut, seine Äußerung sei ironisch gemeint gewesen. Palmer, der in der Vergangenheit schon häufiger für kontroverse Äußerungen etwa zur Migrationspolitik kritisiert worden war, sagt aber auch: "Ich bin ganz grundsätzlich der Auffassung, dass wir alle in der Demokratie besser miteinander klarkommen, wenn wir nicht mit Codes und versteckten Agenden arbeiten, sondern einfach unsere Meinung so ausdrücken, dass sie für alle verständlich wird."

Quelle: ntv.de, hek/dpa

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