Politik

Urteil von grünem Bürgermeister Palmer kommt mit Berlin "schlicht nicht klar"

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Termine in Berlin nimmt Boris Palmer nur ungern wahr.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

Der grüne Oberbürgermeister Tübingens schafft es immer wieder durch prägnante Sätze und Aktionen in die Schlagzeilen. Nun lässt Boris Palmer mit einer Einschätzung der Lage in der Hauptstadt aufhorchen. Demnach fühlt er sich in Berlin extrem unsicher.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer fühlt sich nach eigenen Angaben in Berlin schwer verunsichert. "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: 'Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands'", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Seiner Ansicht nach klappt einfach gar nichts in dieser Stadt. "Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht." Seine Grünen-Parteikollegin Ramona Pop reagierte via Twitter auf die Aussagen Palmers. Die Berliner Wirtschaftssenatorin riet ihm, "woanders die Kehrwoche (zu) zelebrieren".

Zuletzt war Palmer in den Schlagzeilen, weil er in Tübingen mit einem Studenten aneinandergeriet. Dem Oberbürgermeister zufolge soll der Mann ihn beschimpft und sich zudem laut und aggressiv verhalten haben. Daraufhin habe er wegen Störung der Nachtruhe die Personalien des Studenten aufnehmen wollen. Der 33-jährige Student gab an, dass Palmer ihm und seiner Begleiterin nachgelaufen sei und sie bedrängt habe. Nachdem er sich nicht habe ausweisen wollen, habe Palmer begonnen, die beiden zu fotografieren. Die 32 Jahre alte Begleiterin zeigte Palmer nun wegen Nötigung an.

Palmer reagierte gelassen auf die Anzeige. Ihm zufolge beruht sie auf einer falschen Einschätzung der Rechtslage: Anders als bei einer Privatperson hätten der Student und seine Begleiterin sich ihm gegenüber ausweisen müssen, denn er sei Chef des kommunalen Ordnungsdienstes. "Ich hätte sogar körperlichen Zwang einsetzen dürfen, worauf ich natürlich verzichtet habe." Der 46-Jährige selbst hat den Fall ans Ordnungsamt übergeben. Wegen Ruhestörung und der Weigerung, sich auszuweisen, soll der Student ein Bußgeld bezahlen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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