Politik

De Maizière über Zusammenarbeit Paris kennt 2500 deutsche Hooligans

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Deutsche Hooligans im Stadion von Bratislava im Jahr 2006.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schockiert blickt Europa auf die Krawalle angeblicher Fußball-Fans in Marseille. Vor dem Deutschland-Spiel gerät auch die deutsche Hooligan-Szene in den Blick. Innenminister de Maizière ist alarmiert und setzt auf die Kooperation mit Frankreich.

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Nach Frankreich entsendete deutsche Polizisten kennen die hiesige Hooligan-Szene.

(Foto: REUTERS)

Bei der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich sind hunderte Hooligans aus Deutschland im Visier der Polizei. "Wir haben mit Frankreich einen Informationsaustausch über die polizeibekannten und gewalttätigen deutschen Hooligans eingerichtet und die Namen und Daten von rund 2500 Personen übermittelt", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière der "Bild am Sonntag".

Der CDU-Politiker sagte mit Blick auf deutsche Hooligans: "Frankreich wird Grenzkontrollen durchführen und kann dann mit diesen Erkenntnissen arbeiten. An diesen Kontrollpunkten unterstützen deutsche Beamte, die sich in der Szene auskennen, die französischen Kollegen." Beim Spiel England gegen Russland war es gestern Abend im südfranzösichen Marseille zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Deutschland spielt heute Abend gegen die Ukraine im nordfranzösischen Lille. "Den Schutz der deutschen Nationalmannschaft übernehmen französische Polizisten gemeinsam mit deutschen Beamten", sagte de Maizière.

500 potenzielle Terroristen im Blick

Nach Angaben des Innenministers werden auch deutsche ehemalige Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und Rückkehrer etwa aus Syrien während der Fußball-EM verstärkt durch die Sicherheitsbehörden überwacht. "Es gibt offiziell circa 500 Gefährder, die wir im Blick haben. Das ist sehr aufwendig, aber unabdingbar", sagte er.

Bei den Sicherheitsbehörden gehen nach seinen Angaben eine Vielzahl von Hinweisen ein. Einen konkreten Hinweis auf einen Terroranschlag während der EM gebe es aber nicht, sagte de Maizière. "Wir haben eine deutsche Verbindungsbeamtin im Büro des französischen Innenministeriums und in Frankreich ein gemeinsames Lagezentrum aufgebaut."

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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