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Brisante Vorwürfe an den Iran Pentagon legt neue Beweisfotos vor

Die USA präsentieren der Welt neue Beweise, die nach Ansicht des Pentagon eine Verantwortung des Iran für die Tankerangriffe im Golf von Oman belegen. Die Fotos zeigen unter anderem einen Magneten, mit dem eine der Haftminen befestigt worden sein soll.

Wer steht hinter den brandgefährlichen Sprengattacken auf zwei Tankschiffen an der Einfahrt zum Persischen Golf? Die US-Regierung spricht seit Tagen von einem klaren Angriff iranischer Streitkräfte auf die zivile Handelsschifffahrt. Um diese These zu belegen, veröffentlichte das Pentagon zu Wochenbeginn neues Beweismaterial. Zugleich kündigte der der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan an, dass die USA auf Weisung von US-Präsident Donald Trump rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten verlegen. Die Soldaten würden zu "Verteidigungszwecken" in die Region entsandt, teilte Shanahan mit.

Auf den am Montagabend (Ortszeit Washington, D.C.) vorgelegten Fotos ist unter anderem ein spezieller Magnet zu sehen, mit dem eine der Haftminen an der Außenhaut eines der beiden angegriffenen Tanker befestigt worden sein soll. Der Sprengsatz, der nicht explodiert war, soll nach Darstellung der US-Regierung von einem Kommando der iranischen Revolutionsgarden vom Rumpf des Tankers entfernt worden sein. Von diesem Vorgang gibt es Videoaufnahmen, die das US-Militär bereits kurz nach der mutmaßlichen Haftminen-Attacke veröffentlicht hatte. Das Video stammte vom US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt.

Trump hat sich längst festgelegt

Das Video und die Bilder zeigen nach Darstellung der US-Regierung, wie ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden nach den ersten Explosionen auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufährt und die Besatzung eine nicht explodierte Haftmine vom Typ "Limpet" vom Tankerrumpf entfernt. Eine mögliche Erklärung wäre demnach, dass der Sprengstoff geborgen werden sollte, um Spuren zu beseitigen.

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Beweisfoto aus dem Pentagon: Das ist, heißt es, ist einer der Magneten einer nicht explodierten Haftmine iranischer Bauart.

(Foto: REUTERS)

Eine andere Aufnahme, die nach Angaben aus dem Pentagon von Bord eines Seahawk-Hubschraubers MH-60R der US-Marine aus aufgenommen wurde, zeigt die Besatzung des Schnellboots beim Abtransport einer der nicht explodierten Haftminen. Weitere Bilder zeigen die durch die Sprengwirkung aufgerissenen Löcher in der Außenhaut der Tanker sowie Details von der Rumpfpartie, an der der fragliche Magnet sichergestellt werden konnte.

Insgesamt veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium elf neue Aufnahmen zu den Vorfällen. Das Pentagon machte dabei erneut den Iran für die Angriffe verantwortlich. Als Begründung führte das Ministerium unter anderem das Video an und die "Ressourcen und Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen". Klare Beweise stellen die Bilder aber nach Ansicht vieler Beobachter nicht dar.

Die Regierung in Teheran bestreitet kategorisch, die Vorfälle im Golf von Oman verwickelt zu sein. Die beiden Tanker waren am vergangenen Donnerstag auf der Fahrt durch zwei höchst ungewöhnliche Vorfälle schwer beschädigt worden. Beide Schiffe setzten Notrufe ab, nachdem es an zu mehreren Explosionen gekommen war.

"Der Iran hat das gemacht"

Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen. Wie auf Bildern von den beiden betroffenen Schiffen zu sehen war, wurde die Außenhaut der Tanker jeweils oberhalb der Wasserlinie getroffen.

Die USA machten bereits Stunden später den Iran für die Attacken verantwortlich. US-Präsident Donald Trump, Außenminister Mike Pompeo und andere führende Regierungsmitglieder wiederholten ihre Vorwürfe gegen Teheran in den vergangenen Tagen immer wieder. Pompeo sagte am Sonntag in mehreren Interviews, es gebe keinen Zweifel, dass der Iran für die Attacken verantwortlich sei. Trump erklärte: "Der Iran hat das gemacht."

Die Regierung in Teheran wies diese gravierenden Anschuldigungen dagegen zurück und deutete dagegen an, dass die USA und ihre Alliierten selbst für die Angriffe verantwortlich sein könnten und sie Teheran in die Schuhe schieben wollten, um einen militärischen Konflikt zu provozieren und einen Regimewechsel im Iran zu erreichen.

Auf internationaler Ebene hielten sich viele Beobachter mit Schuldzuweisungen zurück und forderten stattdessen eine genaue Untersuchung der Vorfälle. In der EU zeichnet sich keine geschlossene Unterstützung für die US-Vorwürfe ab.

Die US-Regierung hatte daraufhin weitere Belege für ihre Einschätzung in Aussicht gestellt. Ob es sich bei dem nun veröffentlichten Material um stichhaltige Beweise - und damit um einen möglichen Kriegsgrund handelt - ist noch unklar.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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