Politik

Bedürftigenzahl wächst Pflegebeitrag muss weiter steigen

KurznewsPflegeversicherung.jpg

Der Beitrag zur Pflegeversicherung ist erst zum Jahreswechsel gestiegen.

3,05 Prozent beträgt derzeit der Beitrag zur Pflegeversicherung. Doch diese Zahl wird spätestens in sechs Jahren nicht mehr reichen. Einer Studie zufolge wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2045 um 1,7 Millionen steigen.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird einer Untersuchung zufolge in einigen Jahren wieder steigen müssen. Die derzeit 3,05 Prozent würden in sechs Jahren nicht mehr reichen, heißt es in einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitiert. Zwischen 2025 und 2045 werde der Beitrag auf 4,25 Prozent steigen. Beim aktuellen Durchschnittseinkommen von 3771 Euro brutto wären das im Monat mehr als 45 Euro zusätzlich.

In den Berechnungen geht das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos dem Bericht zufolge davon aus, dass bis zum Jahr 2045 fünf Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen. Im Jahr 2017 waren es demnach lediglich 3,3 Millionen.

Zugleich würden künftig weniger Menschen durch Angehörige gepflegt, da die Zahl der Kinder sinke und mehr Frauen arbeiten gingen. Die Studie sage daher voraus, dass im Jahr 2045 rund 28 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Altenheimen leben. Zu den teuersten Entwicklungen, die auf die Versichertengemeinschaft zukommen, gehörten deshalb auch die Löhne des Pflegepersonals.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung war erst zum Jahreswechsel gestiegen. Für Versicherte mit Kindern erhöhte er sich von 2,55 auf 3,05 Prozent, für Kinderlose von 2,80 auf 3,30 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Beitrag jeweils zur Hälfte.

Stefan Etgeton von der Bertelsmann-Stiftung sagte der "Süddeutschen Zeitung", auf längere Sicht sei die Versorgung der Pflegebedürftigen nicht sicher - zumindest "wenn es bei den Rahmenbedingungen bleibt, die wir heute haben". Bald müsse die Politik deshalb über neue Finanzierungsmodelle für die Pflege nachdenken, etwa über Steuermittel.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

Mehr zum Thema