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USA reagieren gelassen Pjöngjang testet erneut Kurzstreckenraketen

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Mehrfach testete Nordkorea in den letzten Tagen Raketen, wie hier nach eigenen Angaben am 7. August.

(Foto: REUTERS)

Die Manöver der USA mit Südkorea sind Nordkorea ein Dorn im Auge. Das Land reagiert mit mehreren Tests ballistischer Raketen. Bei US-Präsident Trump stößt Machthaber Kim damit auf Verständnis. Er selbst sei ja auch kein Fan der Militärübungen, sagt der amerikanische Staatschef.

Nordkorea hat offenbar erneut Raketen getestet, nur Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Verständnis für die Verärgerung von Machthaber Kim Jong Un über ein US-südkoreanisches Militärmanöver geäußert hatte. Nach Angaben südkoreanischer Verteidigungsvertreter wurden am Morgen (Ortszeit) nahe der Stadt Hamhung an der Ostküste Nordkoreas zwei mutmaßlich ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die Fluggeschosse flogen demnach rund 400 Kilometer weit und stürzten ins Meer.

Das Weiße Haus in Washington wollte keine Beurteilung zu dem Test abgeben. Ein US-Regierungsvertreter sagte lediglich, die USA stünden in Kontakt zu ihren Verbündeten Japan und Südkorea.

Es war bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen. Zuletzt hatte Pjöngjang am Dienstag zwei mutmaßliche Kurzstreckenraketen abgefeuert, einen Tag nach Beginn der Militärübungen zwischen den USA und Südkorea. Die Führung in Pjöngjang hat das Manöver scharf verurteilt und seine Waffentests als "Warnung" an Südkorea und die USA bezeichnet. Die jährlichen Militärmanöver der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Trump hat aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit Pjöngjang betrachte. Am Freitag äußerte Trump zudem Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern. Kim habe ihm einen "sehr schönen" und "sehr positiven" Brief geschrieben, sagte der US-Präsident. Kim habe geschrieben, dass er "nicht erfreut" sei über die Militärübungen.

"Pjöngjang will das Bündnis aufbrechen"

"Ich habe sie auch noch nie gemocht", sagte Trump. "Ich war nie ein Fan. Und wissen Sie warum? Mir gefällt es nicht, dafür zu zahlen. Wir sollten das Geld zurückerstattet bekommen. Und das habe ich Südkorea gesagt", so Trump. Er betonte erneut, er sehe die Tests nordkoreanischer Kurzstreckenraketen nicht als Problem an. Nordkorea habe keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet. Der US-Präsident erklärte sich außerdem zu einem vierten Treffen mit Kim bereit, ohne jedoch einen möglichen Termin oder weitere Details zu nennen.

Einen deutlich kritischeren Ton schlug Trump gegenüber den US-Verbündeten in der Region an. "Südkorea und Japan streiten die ganze Zeit", sagte Trump. "Sie müssen miteinander klarkommen." Japan und Südkorea liefern sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit. Nach Einschätzung des Asien-Experten Leif-Eric Easley versucht Kim mit den Raketentests und der Kritik an dem US-südkoreanischen Militärmanöver einen Keil zwischen Washington und Seoul zu treiben. "Pjöngjang will das Bündnis aufbrechen."

Trump und Kim hatten sich zuletzt Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten getroffen. Trotz ihrer Ankündigung, die Gespräche über eine atomare Abrüstung Nordkoreas wieder aufzunehmen, herrscht in den Verhandlungen weiterhin Stillstand. Trump vermeidet dennoch jegliche Kritik an Kim. Er ist offenbar entschlossen, vor der Präsidentschaftswahl im November 2020 ein Abkommen mit Pjöngjang zu erzielen. Nordkorea pocht aber auf ein Ende der Sanktionen, was die USA ablehnen.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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