Politik

"Nicht umsetzbar" Plan für 3G-Regel in Zügen wohl vom Tisch

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Auch künftig wird sie im Zug keiner fragen, ob sie geimpft, genesen oder getestet ist.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Darf künftig nur noch Bahn fahren, wer geimpft, genesen oder getestet ist? Entsprechende Überlegungen in der Bundesregierung haben für einiges Aufsehen gesorgt. Doch die Pläne scheitern an ihrer Umsetzbarkeit und verschwinden nun wohl schnell wieder in der Schublade.

Die von der Bundesregierung angedachte 3G-Regel in Fernzügen steht angeblich vor dem Aus. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, lautet das Ergebnis eines von Verkehrsminister Andreas Scheuer geführten Prüfverfahrens, dass die Maßnahmen "nicht umsetzbar" seien. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn zufolge ist das Thema vom Tisch. Nach der Regelung dürften nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Bahn fahren.

Spahn sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich sehe es nicht kommen." Dies sei auch das Ergebnis einer Prüfung durch die Fachressorts, die Scheuer in Auftrag gegeben habe. Dabei sei es um die Frage gegangen, ob eine solche Regel in Zügen eine Rechtsgrundlage habe, ob sie praktikabel und umsetzbar und mit Blick auf das Infektionsgeschehen erforderlich sei.

Geballter Widerstand

Nach Informationen der Zeitung stellten sich die Ministerien für Verkehr, Gesundheit und Inneres einheitlich gegen den Plan der Regierung. Auch im SPD-geführten Justizministerium gab es demnach Bedenken gegen eine 3G-Pflicht in Zügen.

Im Verkehrsministerium war eine Einführung von Beginn an kritisch gesehen worden. Grund war vor allem die Frage, wie die Einhaltung der 3G-Regel in Zügen kontrolliert werden sollte. Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), sagte der "Bild"-Zeitung: "Unsere Argumente wurden offensichtlich berücksichtigt - und damit eine unzumutbare Belastung für das Zugpersonal verhindert."

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Handelsblatts" traf die 3G-Regelung angesichts steigender Corona-Fallzahlen bei knapp zwei Dritteln der Bürger allerdings auf Zustimmung.

Quelle: ntv.de, vpr/AFP

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