Politik

Bis zu 100.000 Euro Strafe Plastiktüten-Verbot soll 2020 kommen

Schon ab dem kommenden Jahr sollen Plastiktüten in Deutschland verboten sein - das sieht offenbar zumindest ein Gesetzentwurf des Umweltministeriums vor. Händlern, die dagegen verstoßen, drohen saftige Geldstrafen. Eine Ausnahme soll es jedoch geben.

Das Bundesumweltministerium will nach Informationen der "Bild"-Zeitung einen Gesetzentwurf mit dem Ziel eines Plastiktüten-Verbots ab kommendem Jahr vorlegen. Plastiktüten, darunter auch "bio-basierte und bio-abbaubare Kunststofftragetaschen", sollten demnach ab 2020 in Geschäften nicht mehr erlaubt sein, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen entsprechenden Gesetzentwurf. Händlern würden bei Verstoß Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro drohen.

Der Entwurf wurde laut "Bild"-Zeitung zur Abstimmung an die Regierungsressorts verschickt und könnte in der ersten Jahreshälfte 2020 in Kraft treten. Danach gelte eine weitere Übergangszeit von sechs Monaten, um "vorrätige leichte Kunststofftragetaschen in Verkehr zu bringen" und "vorhandene Restbestände" abzubauen.

2016 hatten Handel und Bundesregierung bereits vereinbart, den Verbrauch von Plastiktüten zu senken. Seitdem gibt es in vielen Läden keine Kunststofftragetaschen mehr - oder aber sie kosten etwas. Nach Zahlen der Bundesregierung von 2018 sind seitdem immer weniger Plastiktüten im Umlauf. Pro Kopf waren es demnach 24 Plastiktragetaschen im Jahr, 2016 waren es noch 45 Tüten. Das EU-Reduktionsziel auf höchstens 40 Tüten bis Ende 2025 hat Deutschland also schon unterboten.

Weil sich aber nicht alle Händler an den freiwilligen Verzicht hielten und davon auszugehen sei, dass "eine gewisse Anzahl von Endverbrauchern zur Zahlung des Entgelts" für Plastiktüten weiter bereit sei, ist laut Umweltministerium eine weitere Absenkung des Verbrauchs nur durch ein Verbot zu erreichen.

Obstbeutel von Verbot ausgenommen

Von dem geplanten Verbot ausgeschlossen wären dem "Bild"-Bericht zufolge robuste Tragetaschen und dünne, abreißbare Plastikbeutel an der Obst- und Gemüsetheke - da ein Verbot von Letzteren zu mehr Verschwendung führen könnte. Obst würde nach Einschätzungen des Umweltministeriums womöglich von Händlern in größeren Mengen in Plastik verschweißt und vom Verbraucher häufiger weggeworfen.

Zahlen des Bundesumweltministeriums zufolge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden der an den Obst- und Gemüsetheken verfügbaren Knoten- oder Hemdchenbeutel verbraucht. Das entspricht im Schnitt 37 Stück pro Verbraucher. Grund für den hohen Verbrauch ist unter anderem, dass Kunden ihre Einkäufe in den kostenlosen Knotenbeuteln verpacken, seitdem Kunststofftragetaschen kostenpflichtig sind.

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Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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