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Ansteckungen reduzieren Politiker beginnen Debatte zu Luftfiltern

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Forscher untersuchen die Ausbreitung der Aerosole beim Singen. Gegen die winzigen Partikel in Räumen helfen Luftfilteranlagen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie sollen besser schützen als Lüften und könnten gerade in den Wintermonaten in Schulen oder in Bus und Bahn helfen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen: Luftfilteranlagen. Nun sprechen sich erste Politiker dafür aus, die Anschaffung solcher Geräte etwa für Schulen und Kitas zu prüfen. 

Es ist eine drängende Frage: Wie kann in den Wintermonaten die Anzahl der gefährlichen Aerosole in Innenräumen reduziert werden? Denn gerade in kalten Monaten, wenn geheizt statt gelüftet wird, ist das Infektionsrisiko erhöht, wie Forscher herausgefunden haben. Schuld sind die sogenannten Aerosole, winzige Teilchen, die gerade bei trockener Luft vermehrt umherschwirren und das Virus enthalten. Diese in der Luft reduzieren können Luftfilteranlagen. Sie schützen laut einigen Wissenschaftler sogar besser als klassisches Lüften. Nun sprechen sich auch Politiker für den Einbau der kostspieligen Geräte etwa in Schulen oder im Nahverkehr aus.

"Einer staatlichen Förderung des Einbaus von Filteranlagen zur Reduzierung von Aerosolbildungen stehe ich offen gegenüber", sagte Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein dem "Tagesspiegel". Es sei aber wichtig, dass zunächst der positive Effekt wissenschaftlich belegt sei und die technischen Fragen hinreichend geklärt seien.

"Kein Wundermittel"

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Linken-Gesundheitsexperte Achim Kessler sagte der Zeitung, Filteranlagen seien "kein Wundermittel, die uns von heute auf morgen wieder alles erlauben werden, aber sie können dabei helfen". Der Einbau könnte auch bei öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll sein "zumal hier eine Kontaktnachverfolgung nahezu unmöglich ist". Laut dem SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach ließe sich mit mobilen Filteranlagen schon für 500 bis 600 Euro die Aerosolkonzentration zum Beispiel in einem Klassenraum deutlich mindern.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt blickt skeptisch auf die Vorstöße zu Filteranlagen. "Schulen können bereits jetzt mit einigen grundlegenden Maßnahmen wie festen Gruppen, regelmäßigem Lüften, Unterricht im Freien oder Masken auf den Gängen das Übertragungsrisiko mindern", sagte sie der Zeitung. "Das muss sofort flächendeckend umgesetzt werden, anstatt auf Entscheidungen über Lüftungsanlagen und Filter zu warten."

Quelle: ntv.de, bea/AFP