41-Jähriger festgenommenPolizei durchsucht "Reichsbürger"-Objekte in Sachsen

Zahlreiche verdächtige "Reichsbürger" der Gruppe um Prinz Reuß stehen vor Gericht. Die Bedrohung durch Befürworter eines Umsturzes ist aber nicht gebannt, wie sich nun zeigt. In Sachsen durchsucht die Polizei mehrere Objekte möglicher Anhänger. Bei einem Mann klicken die Handschellen.
Spezialkräften der Polizei ist in Sachsen ein Schlag gegen die Reichsbürger-Szene um die Gruppe von Heinrich XIII. Prinz Reuß gelungen. Elf Objekte im Erzgebirge und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. In Freiberg, Olbernhau, Großrückerswalde und Dippoldiswalde waren Spezialkräfte der Polizei im Einsatz, berichtet der MDR.
Den acht Beschuldigten im Alter von 38 bis 63 Jahren wird Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Demnach sollen sie bei dem Aufbau eines Systems von sogenannten Heimatschutzkompanien nach dem Sturz der deutschen Regierung eingeplant gewesen sein. Ein 41-Jähriger wurde aufgrund eines Haftbefehls des Oberlandesgerichts Dresden in Freiberg festgenommen.
Neben digitalen Datenträgern wurden bei den Durchsuchungen auch Messer und Funkgeräte sichergestellt. Die Auswertung dauert an.
Die "Reichsbürger"-Gruppe Reuß war nach einer Anti-Terror-Razzia Ende 2022 bekannt geworden. Die Beschuldigten sollen einen gewaltsamen Umsturz der Bundesregierung geplant und dabei bewusst Tote in Kauf genommen haben. Als Oberhaupt einer neuen Staatsform hätte Heinrich XIII. Prinz Reuß fungieren sollen. Gegen die Gruppierung laufen bereits Prozesse in Frankfurt am Main, München und Stuttgart. Der Hauptangeklagte selbst steht in Frankfurt am Main vor Gericht.